Obama für zweite Amtszeit vereidigt

«I did it»: Barack Obama hat seinen zweite Amtszeit als Präsident begonnen. Im Weissen Haus legte er den Amtseid ab. Die öffentliche Vereidigung findet vor Hunderttausenden am Montag in Washington statt. In doppelter Hinsicht ein wichtiger Tag für Obama und die USA.

Barack Obama, Hand nach oben haltend, Michele Obama (m) Bibel haltend, Tochter Malia (r)

Bildlegende: So sah es die Verfassung vor: Am 20. Januar um punkt 12.00 Uhr mittags wurde der Präsident vereidigt. Keystone

Historischer Augenblick in Washington: Rund zweieinhalb Monate nach seiner Wiederwahl hat US-Präsident Barack Obama offiziell seine zweite Amtszeit angetreten.


Obama vor zweiter Amtszeit

6:29 min, aus Echo der Zeit vom 20.01.2013

Bei einer kurzen formellen Zeremonie am Sonntag im Weissen Haus nahm der oberste Richter des Landes, John Roberts, dem ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten den Amtseid ab. Zuvor wurde auch sein Vize Joe Biden eingeschworen.

Der feierliche Akt auf den Stufen des Kapitols mit allem traditionellen Pomp und Hunderttausenden Zuschauern findet an diesem Montag statt.

In Begleitung der Familie

Die Verfassung sieht die Vereidigung am 20. Januar vor 12 Uhr mittags vor. Bei der Zeremonie im «blauen Saal» des Präsidentensitzes war Obama von seiner Frau Michelle und den Töchtern Malia und Sasha umgeben. «Ich habe es geschafft» («I did it»), sagte er erleichtert, nachdem er seine Kinder umarmte und küsste. Enge Familienmitglieder und Reporter wurden ebenfalls persönlich Zeugen der Zeremonie.

Zuvor hatte Obama die rechte Hand zum Schwur gehoben und die Eidesformel gesprochen: «Ich, Barack Hussein Obama, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will. So wahr mir Gott helfe.» Seine linke Hand legte der 51jährige dabei auf eine Bibel aus dem Familienbesitz seiner Frau.

Washington im Ausnahmezustand

Grund für die zweifache Vereidigung des Präsidenten in diesem Jahr ist, dass das öffentliche Zeremoniell seit 1821 traditionell auf den Montag verschoben wird, wenn der gesetzlich vorgesehene Termin auf einen Sonntag fällt. In Washington wird das historische Ereignis stets mit einem Riesenspektakel gefeiert. Insgesamt werden zu den Feiern bis zu 800‘000 Menschen erwartet. Schon am Wochenende herrschte in der US-Hauptstadt ein Ausnahmezustand. Rund 13‘000 Soldaten kümmern sich um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf.

Durch die Verschiebung fällt die Vereidigung des Obamas auf den Gedenkfeiertag für den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King. «Wir denken nicht so viel an die Amtseinführung, aber wir denken an den Geburtstag von Dr. King, den wir dieses Wochenende feiern», sagte Obama.

Seinen Amtseid am Montag leistet er nicht nur auf einer Bibel seines Idols, dem Ex-Präsidenten Abraham Lincoln, sondern auch auf einer Bibel aus Kings Besitz.

Der Demokrat Obama hatte im vergangenen November mit klarer Mehrheit die Wahl gegen den republikanischen Kandidaten Mitt Romney gewonnen. Er hatte allerdings kaum Zeit, sich auf seinem Sieg auszuruhen. Der politische Alltag hat den Präsidenten schnell eingeholt.

Massiver Widerstand

So muss er mit dem weitgehend von oppositionellen Republikanern kontrollierten Kongress akute Haushaltsprobleme lösen. Massiven Widerstand erhält er auch für Vorschläge zur Verschärfungen der US-Waffengesetze als Konsequenz aus dem Schulmassaker von Newtown. Ausserdem ist es Obama noch nicht gelungen, sein Kabinett für die zweite Amtszeit aufzubauen. Er muss ein halbes Dutzend Ministerposten neu besetzen.