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International Obama: «Kampf gegen Terrormiliz IS läuft nach Plan»

US-Präsident Barack Obama hat nach den Luftschlägen gegen die Terrormiliz IS weitere Angriffe angekündigt. Der Kampf brauche Zeit, es werde schwierige Momente geben, sagte er im Weissen Haus und betonte die breite Koalition im Nahen Osten. Im Land kam die Kriegsbotschaft grundsätzlich gut an.

Legende: Video Obama zu den Luftangriffen abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.09.2014.

Das US-Militär und Luftstreitkräfte von Partnerländern haben in der Nacht auf Dienstag erstmals Stellungen der Milizen des Islamischen Staates (IS) in Syrien angegriffen. Zu den Angriffszielen gehörten Kämpfer des IS, deren Ausbildungsstätten, Kommandostellen, Kommunikationsmittel, Depots, ein Finanzzentrum sowie Fahrzeuge.

Die Luftschläge konzentrierten sich auf vor allem auf die IS-Hochburg Rakka, Deir al-Sor, Hasakah und Albu Kamal, wie Pentagon-Sprecher John Kirby mitteilte. Bahrain, Jordanien, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sich an der Militäraktion beteiligt oder sie unterstützt.

Obama kündigt weitere Luftschläge an

«Wer einen Anschlag gegen die USA plant, muss wissen, dass er sich nirgends in Sicherheit fühlen kann», betonte Obama erneut vor den Medien im Weissen Haus. Die gemeinsame Militäraktion mit fünf arabischen Staaten in Syrien zeige, dass Amerika in diesem Kampf nicht allein stehe.

Obama machte ebenfalls deutlich, dass die Mission mit den Luftangriffen von letzter Nacht nicht vorbei sei. Der Kampf brauche Zeit und es werde schwierige Momente geben. Aber die USA seien fest entschlossen, diese Terrorgruppe zu bekämpfen. Denn auf dem Spiel stehe nicht weniger als die Sicherheit des Landes, des Nahen Ostens und der Welt.

Grosse Verluste

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtergruppe für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Toten und Verletzten auf über 300. Mindestens 70 IS-Kämpfer seien bei den Luftangriffen getötet worden, sagte der Chef der Organisation, Rami Abdel Rahman. Vermutlich liege die Zahl aber noch viel höher. Die IS-Miliz kündigte Vergeltung für die Luftangriffe an.

US-Flugzeuge griffen auch andere Milizen-Gruppen an. So wurden US-Angaben zufolge Stellungen der militanten Al-Nusra-Front beschossen, die der Al-Kaida nahesteht. Westlich von Aleppo wurden acht Ziele der Chorasan-Gruppierung bombardiert. Obama hatte vor zwei Wochen angekündigt, die Luftangriffe vom Irak auf Syrien auszuweiten, um den IS zu zerstören. Die US-Luftwaffe flog seit Anfang August bereits rund 200 Angriffe gegen die Dschihadisten im Irak. Inzwischen schloss sich auch Frankreich den Einsätzen im Irak an.

Mehrheitlich positives Echo von Kongress und US-Medien

Obamas Kriegsbotschaft kam im kriegsmüden Amerika grundsätzlich positiv an, wie SRF-Korrespondent Beat Soltermann aus Washington im «Echo der Zeit» berichtete. Eine Mehrheit der Bevölkerung unterstütze mittlerweile den Kampf gegen die IS-Terroristen und betrachte die Organisation als direkte Gefahr für die USA. Im Kongress herrsche zumindest bei den Parteiführern für einmal Einigkeit.

In den Medien sind die ersten Luftschläge das grosse Thema, wo die pensionierten Generäle mit Einschätzungen gegenseitig übertrumpfen. Es gebe aber durchaus kritische Fragen, doch unterstützten die meisten Journalisten die Politik des Präsidenten in der aktuellen Phase.

So helfen die Araber mit

Was die Beteiligung von Jordanien, den Golfstaaten Bahrein und Saudi-Arabien an den Luftschlägen betrifft, so ging es laut SRF-Korrespondent Philipp Scholkmann in Beirut vor allem um logistische Unterstützung. Mehrere Länder hätten jedoch bestätigt, selbst mit Kampfflugzeugen im Einsatz gewesen seien. Die USA seien zwar nicht auf diese Unterstützung angewiesen, aber politisch sei ein Plus, wenn der Kampf gegen IS auch in der Region abgestützt sei.

Jordanien sei vermutlich so stark involviert, weil es besonders amerikafreundlich und als direkter und kleiner Nachbar zum zerrütteten Syrien besonders exponiert sei, stellt Scholkmann fest. Gleiches gelte aber noch mehr für das ultra-konservative Saudi-Arabien, das sich als grosser Fürsprecher der Sunniten in der ganzen Region sehe.

Wie reagiert Diktator Assad?

Diktator Assad überliess heute die Kritik am Angriff des Erzfeindes USA auf syrisches Territorium ganz den Russen und den Iranern. Selber reagierte er auf der Linie, die Amerikaner hätten die Syrer informiert. Syrien unterstütze ohnehin ja jegliche Bemühungen, Terroristen zu bekämpfen. «Das klang schon fast nach stillschweigender Genugtuung», so Scholkmann.

Auch bei einer Schwächung des IS werden die sunnitischen Länder nicht zu zuverlässigen Verbündeten der USA. Aber Obama habe keine anderen, wenn er nicht die völlige Kehrtwende erklären und mit Assad und Iran zusammenspannen wolle. Ungeachtet dessen werden gemäss Soltermann die arabischen Staaten heute sehr gerühmt in den USA.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Dittrich, Ostritz
    Die USA bleiben ein ewiger Zauberlehrling. All die Geister, die der Geheimdienst der USA rief, um legitime Regierungen zu stürzen, wird er nicht mehr los. Überall, ob in Iran, Afghanistan, Irak, Ägypten, Libyen, Syrien und auch bald in der Ukraine haben sich die Geister verselbstständigt und bedrohen die Welt. Oder steckt hinter den ganzen Aktionen ein anderes Ziel, eventuell die Entfesselung eines großen Krieges?
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  • Kommentar von Charles Halbeisenc, Bronschhofen
    Ich danke den USA, dass sie den Kampf gegen diese IS Mörder führt. Ich sehe auch viele Fehler an den USA, aber hier ist des doch klar, dass sich ein anständiger Mensch nicht auf die Seite der IS stellt. Wer hier in diesem Forum der IS das Wort redet, handelt kriminell. (oder ist die Redaktion laut Netiquette hier anderer Meinung? Es gibt ja auch so etwas wie eine persönliche Verantwortung)
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  • Kommentar von a.arnold, bern
    wers glaubt. die usa* ist selber die terrormiliz(nicht nur sie), die uns aus eigennützigen zwecken für dumm verkauft. wenn man die ereignisse der letzten jahre kombiniert und zusammenfasst, stösst man auf ein kaltblütiges, rücksichtsloses, unmenschliches und hinterhältiges muster aus lüge und gier! *obama hat hierbei nichts zu sagen. er ist lediglich eine marionette, die den gleichen mächten unterliegt wie der rest der welt
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