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International Obama kündigt weitere Militärschläge gegen den IS im Irak an

US-Präsident Obama hat sich in einer Stellungnahme schockiert über die Hinrichtung eines US-Reporters gezeigt. James Foley wurde gemäss einem im Internet publizierten Video von IS-Terroristen enthauptet. Die USA würden weiterhin «alles tun, um ihre Bürger zu schützen», sagte Obama.

Legende: Video US-Reporter James Foley enthauptet abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.08.2014.

US-Präsident Barack Obama hat die Enthauptung eines US-Reporters durch Terroristen der Organisation Islamischer Staat (IS) auf schärfste Weise verurteilt. Der Tod von James Foley «schockiert das Bewusstsein der gesamten Welt», sagte Obama in einer Stellungnahme an seinem Urlaubsort Martha's Vineyard in Neuengland.

Legende: Video Stellungnahme von US-Präsident Barack Obama abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.08.2014.

Der Präsident kündigte eine Fortsetzung der Luftschläge gegen die Terroristen im Irak an. Die USA würden weiterhin alles tun, um ihre Bürger zu beschützen. «Wir werden wachsam sein. Wir werden unnachgiebig sein», erklärte Obama. Der Kampf gegen die Miliz müsse von der internationalen Gemeinschaft getragen werden.

Die Islamisten hätten «keine Wertschätzung für menschliches Leben». Für diese Terroristen gebe es «keinen Platz im 21. Jahrhundert». Die USA würden weiterhin alles tun, um ihre Bürger zu schützen.

Es muss eine gemeinsame Anstrengung geben, den Krebs zu entfernen, damit er sich nicht ausbreitet.

Rache für US-Unterstützung der Kurden

Das von der IS verbreitetes Video zeigt die Enthauptung des 40-jährigen US-Reporters James Foley, der 2012 in Syrien verschleppt worden war. Seine Hinrichtung sei die Reaktion auf die US-Unterstützung für irakische Kurden im Kampf gegen die Islamisten-Miliz, sagte der Mörder im Video.

Die Extremisten haben mindestens einen weiteren US-Journalisten in ihrer Gewalt. Sie drohen mit dessen Tod, falls die USA ihre Luftschläge gegen die IS im Irak nicht einstellen sollten.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Karin Bauer abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.08.2014.

Video wird als echt eingestuft

Die US-Regierung hält das Video für echt. «Die US-Geheimdienste haben das jüngst veröffentlichte Video analysiert. Wir sind zum Schluss gekommen, dass das Video authentisch ist», teilte die Sprecherin des Nationales Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, mit.

Die im Video gezeigte Enthauptung wird von einem schwarz gekleideten und maskierten Mann ausgeführt, der Englisch mit britischem Akzent spricht. Für die britischen Regierung ist es sehr wahrscheinlich, dass der Täter Brite ist. «Wir haben das verantwortliche Individuum nicht identifiziert, aber nach dem, was wir gesehen haben, sieht es zunehmend danach aus, dass es ein britischer Staatsbürger ist», sagte Premierminister David Cameron in London, der seine Ferien abgebrochen hatte.

Mutter fordert Schonung anderer Entführter

In dem Video mit dem Titel «Botschaft an Amerika» wird am Ende eine weitere Person gezeigt, die als «amerikanischer Bürger» vorgestellt wird. Es soll sich um den US-Journalisten Steven Sotloff handeln. Er verschwand im August 2013 in Syrien.

Die Familie Foleys veröffentlichte nach Bekanntwerden des Videos eine bewegende Botschaft auf der Facebook-Seite «Find James Foley», Link öffnet in einem neuen Fenster. «Wir waren niemals stolzer auf unseren Sohn», schrieb seine Mutter Diane Foley. Sie fordert die IS-Terroristen auf, das Leben weiterer Entführter zu verschonen: «Sie haben keinen Einfluss auf amerikanische Politik im Irak, in Syrien oder irgendwo auf der Welt».

Irakische Armee rückt weiter vor

Auch durch die Unterstützung der USA gelingt es kurdischen Kämpfern und den irakischen Streitkräften, die Dschihadisten zurückzudrängen. Die USA rechnen jedoch nicht mit einem baldigen Ende ihrer Militäroperationen in dem ölreichen arabischen Land.

Nach der Rückeroberung des Staudamms von Mossul begann am Dienstag eine Militäroffensive zur Vertreibung der IS-Terroristen aus der Stadt Tikrit. Die Armee meldete wenige Stunden später erste Erfolge. Soldaten rückten nach Tikrit vor und schlugen sunnitische Extremisten in die Flucht.

Terrorismus-Gipfel der Vetomächte geplant

Wegen dem Vormarsch der Terror-Milizen in Syrien und im Irak lädt US-Präsident Obama Ende September zu einem Terrorismus-Gipfel ein. Teilnehmen sollen die Staats- und Regierungschefs der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat, sagte Marie Hart, Sprecherin im US-Aussenministerium. Zu den Vetomächten gehören neben den USA auch Russland, Grossbritannien, Frankreich und China. Das Treffen solle am Rande der UNO-Vollversammlung in New York stattfinden.

Twitter reagiert

Twitter will gegen die Verbreitung des Enthauptungs-Videos vorgehen. «Wir haben bereits Konten gesperrt und werden dies weiter tun, wenn die Nutzer uns im Zusammenhang mit diesen drastischen Aufnahmen auffallen», teilte Twitter-Chef Dick Costolo mit. Zudem soll das US-Aussenministerium Twitter um einen angemessenen Umgang gebeten haben.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Elisabeth Hasler, Zürich
    Diesmal gehe ich mit Obama und europäischen Verbündeten einig: Die IS-Barbaren müssen in die Schranken gewiesen werden. Eine solche Verbrecherorganisation hat keinen Platz im 21. Jahrhundert.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Wenn wir bei der Flüchtlingspolitik so weitermachen, werden sich gewisse Länder von den Menschen mit Seelen entleeren + zurück bleiben nur noch ISIS-ähnliche Gebilde. Deshalb ist die einzige Möglichkeit für uns, den Menschen aus armen oder Krisenländern in ihrer Heimat mit allen Mitteln Hilfe und Perspektiven zu geben. Als wir die Entwicklung zum heutigen Wohlstand durchmachten, konnten wir bei Kriegen und Hunger auch nicht einfach in ein anderes Land flüchten; sonst wäre es bei uns ganz anders.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Die ISIS versteckt sich sehr bewusst hinter dem Islam und dem Glauben. Wohlwissend, dass sie damit für uns ein "Grundsatzproblem" schaffen. Meiner Auffassung nach darf man aber der ISIS "Glauben & Religion und die damit verbundenen Grundrechte" eigentlich absprechen, sicher aber nicht zubilligen. Und so sich der Islam bzw. der islamisch orientierte Glaube bzw. deren Institutionen davon nicht trennen können, wird es sehr gefährlich. Leider ist es so, wir können die Spreu nicht mehr vom Weizen..!
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