Obama macht sich für Bienen stark

Das dramatische Bienensterben in den USA könnte die Volkswirtschaft Milliarden kosten. Jetzt kündigte Präsident Barack Obama Massnahmen an, um die kleinen Blütenbestäuber zu retten.

Bienen bei der Arbeit. Im Hintergrund hält Präsident Obama eine Rede.

Bildlegende: Garten im Weissen Haus, Oktober 2013: Der Präsident hält eine Rede, die Bienen arbeiten. Reuters

Die US-Regierung plant eine landesweite Strategie gegen das dramatische Bienensterben in den USA. Mit dem Verlust an Honigbienen und anderen Blütenbestäubern droht der US-Volkswirtschaft ein Milliardenschaden durch geringere oder ganz ausfallende Ernten.

In den vergangenen Jahren hat das Bienensterben in den USA eine Dimension erreicht, die nach Einschätzung der Regierung wirtschaftlich bedenklich ist. Die Honigbienen bestäuben Pflanzen, die ein Viertel der Früchte erzeugen, die in den USA konsumiert werden.

Fast jede vierte Biene gestorben

Mandeln, das zweitwichtigste Agrarerzeugnis in Kalifornien, werden fast ausschliesslich durch Honigbienen bestäubt. Deren Bestäubungsleistung sorge für Agrargüter im Wert von jährlich mehr als 15 Milliarden Dollar, erklärte das US-Präsidialamt. Auf etwa neun Milliarden Dollar jährlich wird die Leistung von wilden Bestäubern wie Hummeln geschätzt.

Im Winter 2013/14 wurde bei den Imkern in den USA ein Verlust von 23 Prozent der Bienenvölker registriert. Eine Entwicklung, die schon länger anhält. «Das Problem ist ernst und stellt eine bedeutende Herausforderung dar, die im Interesse der Nachhaltigkeit unserer Nahrungsmittelproduktion in Angriff genommen werden muss», erklärte das Präsidialamt.

Genaue Ursache unklar

Die genauen Ursachen des Bienensterbens sind bislang unklar. Vermutet werden mehrere Faktoren, darunter Parasiten wie die Varroa-Milbe, Krankheiten, der Verlust genetischer Vielfalt, falsche Fütterungen und Pestizide.

Zwei Aktivisten halten ein Banner in die Luft: «Stoppt das Bienentöten».

Bildlegende: Weltweiter Einsatz: Greenpeace-Aktivisten protestieren in Athen vor dem Bayer-Gebäude. Reuters

Präsident Barack Obama wies die zuständigen Bundesbehörden an, durch Forschung, Aufklärung und Landmanagement die Lebensbedingungen für die Bienen und deren Gesundheit zu verbessern.

Umwelt- und Naturschutzgruppen wie Friends of the Earth fordern vor allem Massnahmen gegen den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft. Diese hochwirksamen Insektenbekämpfungsmittel werden für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht.

«Die Regierung sollte die Freigabe und den Einsatz dieser giftigen Pestizide unterbinden, solange deren Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist», sagte der Präsident von Friends of the Earth, Erich Pica.

Die Lebensmittelkette Whole Foods Markets hatte im vergangenen Jahr eine Kampagne zum Schutz der Bienen gestartet. Auf Fotos zeigte sie, wie leer die Lebensmittel-Regale in den Läden wären, wenn die Bienen verschwänden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Massnahmen gegen Bienensterben gefordert.

    Aus Tagesschau vom 21.5.2013

    Das Bienensterben in Europa setzt die Agroindustrie unter Zugzwang. Erstmals hat die Branche – angeführt durch Syngenta – die Flucht nach vorne angetreten. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft stellten sich Vertreter der Öffentlichkeit.