Obama schafft vor Hawaii grösstes Meeresschutzgebiet der Welt

US-Präsident Barack Obama will mit einer umfassenden Verfügung einzigartige Arten im Ozean bewahren. Vor Hawaii, seiner Heimat, liegt jetzt das grösste Meeresschutzgebiet der Welt.

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Schutz einer zauberhaften Wasserwelt (Englisch)

2:47 min, vom 27.8.2016

Die USA haben vor Hawaii das grösste Meeresschutzgebiet der Welt geschaffen. US-Präsident Barack Obama hat die von seinem Vorgänger George W. Bush bereits 2006 eingerichtete Zone am Freitag unter Ausnutzung seiner Exekutivrechte um mehr als das Vierfache ausgeweitet.

Das Papahanaumokuakea Marine National Monument umfasst nun 1,5 Millionen Quadratkilometer. Es löst damit eine Region vor den Cook-Inseln als weltweit grösstes Meeresschutzgebiet ab.

In dem erweiterten Areal sind nach Angaben des Weissen Hauses insgesamt 7000 Arten – darunter Wale, Delfine und Haie – zu Hause. Ein Drittel davon sind nur vor Hawaii zu finden. Auch seltene Albatrosse gehören nun zu den geschützten Arten, ebenso wie fünf Spezies von Meeresschildkröten. Unterseevulkane und Korallenriffe sollen ebenfalls vor schädlichen Einflüssen bewahrt werden.

Ein «Geschenk» an die Ureinwohner Hawaiis

Der auf Hawaii geborene Obama hilft damit auch seiner Heimat – dort befinden sich nun 98 Prozent der geschützten Meeresgewässer der USA.

In der Gegend, Schauplatz zahlreicher Schlachten im Zweiten Weltkrieg, liegen viele Wracks gesunkener Schiffe und abgeschossener Flugzeuge auf Grund, darunter ein Flugzeugträger der US-Flotte. Sie stehen zwar nicht unter Schutz, gelten aber als ausgesprochen wertvolle Objekte für die Wissenschaft.

Das Weisse Haus machte deutlich, dass die massive Ausweitung des Gebietes auch als ein Geschenk an die Ureinwohner Hawaiis betrachtet werden soll. Sie sehen das Meer vor ihren Inseln als heiligen Ort an. In Hawaii hatte es aber auch Widerstand gegen das Schutzgebiet gegeben. Der kommerzielle Fischfang wird damit jenseits der 200-Meilen-Zone verbannt.