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International Obama spricht erstmals mit Iran über Atomprogramm

Barack Obama hat mit dem iranischen Präsidenten Ruhani telefoniert. Thema war das Atomprogramm. Es ist der erste direkte Kontakt seit über 30 Jahren.

Obama am Telefon
Legende: Ein Foto des historischen Telefongesprächs zwischen Obama und Ruhani. twitter @petesouza

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani telefoniert und mit ihm über das Atomprogramm des Landes gesprochen. Es ist der erste Kontakt der beiden Ländern seit der islamischen Revolution 1979.

Obama habe Präsident Ruhani angekündigt, er erwarte eine «globale» Lösung mit Teheran. Bei dem Gespräch sei es um die «andauernden Bemühungen»
gegangen, den Streit um das Atomprogramm des Iran beizulegen.

«Ein Erfolg ist keineswegs garantiert»

Doch Obama wollte nicht zu früh Entwarnung geben: Noch gebe es «bedeutende Hindernisse» für die Verhandlungen im Atomstreit. «Ein Erfolg ist keineswegs
garantiert», sagte der Präsident. Beide Seiten seien sich der Herausforderungen bewusst, die vor ihnen lägen.

«Die Tatsache an sich, dass dies die erste Kommunikation zwischen einem amerikanischem und einem iranischen Präsidenten seit 1979 war, unterstreicht das tiefe Misstrauen zwischen unseren Ländern. Aber es weist auch auf die Aussicht hin, uns über diese schwierige Geschichte hinwegzubewegen», sagte der US-Präsident vor Journalisten. Dennoch glaube er daran, eine umfassende Lösung finden zu können.

Ruhani und er hätten ihre Teams angewiesen, weiterhin gemeinsam mit internationalen Partnern schnell auf eine Vereinbarung hinzuarbeiten. «Und während dieses gesamten Prozesses werden wir in engem Kontakt mit unseren Freunden und Verbündeten in der Region, einschliesslich Israel, bleiben», so Obama.

Ruhani: Lösung in drei bis sechs Monaten

Der im Juni gewählte iranische Präsident Ruhani hatte zuletzt versöhnliche Töne an den Westen gerichtet. Am Donnerstag sagte er, dass er in drei bis sechs Monaten eine Lösung des Atomstreits mit den Weltmächten finden will.

Man könne nur vorwärts kommen, wenn man sich in den Verhandlungen auf einen kurzen Zeitplan einige, sagte Ruhani der «Washington Post». Er habe vom höchsten Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei ein volles Verhandlungsmandat erhalten, sagte er im Interview mit der Zeitung.

Kurz nach dem Telefonat twitterte Präsident Ruhani

2 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wie einseitig doch unsere Medien sind. Fast alles aus der Sicht von Obama, fast nichts aus der Perspektive von Ruhani. Es ist es fast nicht mehr Wert, diesen Mist zu lesen, geschweige den auch noch zu bezahlen...
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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Schön. Sie haben miteinander gesprochen. Na und? Nicht überall scheint man der "neuen" Führung des Iran restlos und blind Glauben schenken zu wollen. „Medienberichten zufolge wird Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bei seiner für kommenden Dienstag geplanten Rede vor der UN-Vollversammlung den Iran mit Nordkorea vergleichen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang sei auch so lange auf diplomatische Bemühungen des Westens eingegangen, bis es dann 2006 mitteilte, Atomwaffen zu besitzen“.
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