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International Obama unterstützt Cameron: Briten sollen in EU bleiben

Der US-Präsident hat die Briten aufgefordert, in der EU zu bleiben. Der Hauptgrund seines Besuches war das aber nicht.

Legende: Video «Obama warnt Briten vor Brexit» abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.04.2016.

Wird er oder wird er nicht? Lange spekulierten Politbeobachter, ob US-Präsident Barack Obama Stellung zum bevorstehenden EU-Referendum der Briten beziehen wird. Am 23. Juni stimmen die über den sogenannten Brexit ab. Nun hat es Obama gleich zu Beginn seines Besuchs in Grossbritannien getan – und dies in ungewöhnlicher Art.

Obama empfiehlt die EU

In einem Gastbeitrag in der konservativen britischen Zeitung «The Daily Telegraph», schrieb Obama: «Lassen Sie mich das als Ihr Freund sagen, die EU macht Grossbritannien noch bedeutender.»

In seinem Text hob Obama vor allem die wirtschaftlichen Vorteile Grossbritanniens als Mitglied der EU hervor. Auch die Bedeutung der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen thematisierte er. Der Text wurde kurz nach seiner Ankunft in London veröffentlicht.

Legende: Video «Boris Johnson zu Obamas Brexit-Aussage (englisch)» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 22.04.2016.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson verwahrt sich gegen Obamas Aussage zum Brexit. Es sei «pervers», wenn ausgerechnet die USA Grossbritannien ein System wie die EU empfehlen würden. Denn die USA dächten nicht einmal im Traum daran, sich in irgendein internationales Rechtssystem zu integrieren. So sei Amerika das einzige Land der Welt, welches die UNO-Konvention für die Rechte der Kinder nicht unterzeichnet habe.

Obama weist Beeinflussung zurück

Bereits im Vorfeld von Obamas Besuch gab es Spekulationen, dass sein Besuch in Grossbritannien vor allem dazu diene, die Briten zu beeinflussen, gegen den Brexit zu stimmen. Diese wies Obama zurück.

«Ich wollte Ihrer Majestät meine Geburtstagsglückwünsche persönlich überbringen», schrieb er. Es sei einzig die Entscheidung der britischen Wähler, ob Grossbritannien Teil der EU bleibe. Gleichzeitig betonte er, dass das Ergebnis des Referendums von grossem Interesse für die Vereinigten Staaten sei.

Obama hob mehrfach die besondere Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Grossbritannien hervor. «Die USA und die Welt brauchen weiterhin den verstärkten Einfluss Grossbritanniens – auch innerhalb der EU». Sowohl beim Atomdeal mit dem Iran als auch beim Klimaabkommen in Paris sei der Einfluss Grossbritanniens in der EU von grosser Bedeutung gewesen.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Ach ja, stimmt, er ist nur gekommen um der Queen zum Geburtstag zu gratulieren. Und Merkel hat wohl auch Geburtstag? Falls es gegen die Netiquette verstösst, zu schreiben, er wäre ein Heuchler und Lügner, nehmen Sie es bitte als Satire.
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  • Kommentar von Markus Breitschmid (Markus in Washington)
    Schon ein paar Mal in der Geschichte hat das britische Volk Weisheit bewiesen … hoffentlich auch dieses Mal. Es ist auch jetzt wieder an den Briten Europa vor der Monstrosität EU zu bewahren. Kein anderes Volk besitzt in diesem Sinne einen ähnliches Feingespür wann's Zeit ist! Und Boris Johnson hat recht: Würde die USA sich jemals von einem ausländischen Macht sagen lassen was die USA zu machen hat. Sicherlich nicht. Warum sollen denn dies die Briten tun?
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Wie schon ein paar anderen Schreibern vor mir ist die Strategie Washingtons leicht zu erkennen. Washington will seinen Einfluss auf die EU sicherstellen - und das geht am einfachsten durch GB. Es geht in erster Linie um die Türöffnung für Monsanto für den europäischen Markt. Das muss über die EU laufen, denn die Kommission kann von den Wählern nicht zur Rechenschaft gezogen werden - gleichwohl müssen alle europäischen Länder die Bestuimmungen übernehmen.
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