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International Obama will mehr Truppen in Osteuropa

US-Präsident Barack Obama ist zum Auftakt seiner Europareise in Polen eingetroffen. Vor militärischer Kulisse machte Obama klar: Ostmitteleuropa steht unter US-Schutz. Der amerikanische Präsident kündigte eine Aufstockung der amerikanischen Truppen an.

Legende: Video Obama auf Osteuropa-Reise abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.06.2014.

US-Präsident Barack Obama ist zum Auftakt einer mehrtägigen Europareise in Warschau eingetroffen. Im Zuge der eskalierenden Ukraine-Krise kündigte Obama eine Aufstockung der US-Truppen in Osteuropa an.

Dafür erbittet Obama vom US-Kongress eine Milliarde Dollar, also rund 735 Millionen Euro, zusätzlicher Mittel. «Das wird ein starkes Signal des Engagements für die Sicherheit der Bündnispartner sein», sagte Obama. Er forderte zudem die Nato-Partner auf, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen.

Viele europäische Regierungen hätten ihren Verteidigungsetat über die Jahre reduziert. «Das muss sich ändern.» Jeder der 28 Nato-Mitgliedstaaten müsse in puncto Verteidigung seinen «fairen Anteil» leisten, sagte der US-Präsident.

Sicherheit Europas ist sakrosankt

Obama betonte die Bündnisverpflichtungen der USA für Polen und die Region Ostmitteleuropa: «Wir stehen zu unseren Verpflichtungen». Und weiter: «Die Sicherheit von Polen sowie Zentral- und Osteuropa sind sakrosankt.»

Zusammen mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski traf er noch vor Beginn der politischen Gespräche mit polnischen und amerikanischen Piloten von Jagdflugzeugen des Typs F16 zusammen.

Die USA hatten nach Beginn der Ukraine-Krise mehrere Flugzeuge dieses Typs nach Polen geschickt. Seit gut einem Monat sind 150 US-Soldaten in Polen stationiert, die an militärischen Übungen teilnehmen. «Für uns ist es enorm wichtig, dass die USA mit den F16 ihre Waffenbrüderschaft mit Polen zeigen», sagte Komorowski.

Treffen mit ukrainischem Präsidenten

Polen und die baltischen Staaten setzen angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine auf Sicherheitsgarantien der Nato-Partner – ganz besonders der USA. Auch ein Treffen Obamas mit dem gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ist in Warschau geplant.

Bei der Zusammenkunft gehe es vor allem darum, dem neu gewählten Präsidenten die Unterstützung der USA direkt zuzusichern, hatte Obamas Sicherheitsberater zuvor erläutert. Washington will Kiew unter anderem dabei helfen, die angeschlagene Wirtschaft auf die Beine zu bringen und Korruption zu bekämpfen.

Am Mittwoch und Donnerstag nimmt Obama am Gipfel der sieben westlichen Industriestaaten (G7) in Brüssel teil. Topthema ist auch hier die weitere Zusammenarbeit mit Russland angesichts der Ukraine-Krise. Daneben stehen Energie- und Wirtschaftsfragen auf der Agenda.

Russland reagiert mit Kritik

Die Ankündigung des US-Präsidenten die Truppen in Osteuropa aufstocken zu wollen ist in Russland nicht gut angekommen. «Falls die USA die Lage in der Ukraine zu irgendwelchen Muskelspielen missbrauchen, wird das nur von Nachteil sein», sagte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin. Aufrüstung sei der falsche Weg.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Für mich ist Obama ein Wolf im Schafspelz - Wenn es hier Krieg gibt, dann ist er voll schuld daran. Er hat das Gefühl er könne der ganzen Welt vorschreiben wie man leben und denken soll. Busch war viel besser; er hat nur die die wirklich Schlimmes und Krieg machten angegriffen. Das was Obama macht, wird früher oder später in die Hose gehen. Er benimmt sich so, wie eine kirchliche Person in früheren Zeiten !!!
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    1. Antwort von Walti Muller, Zürich
      Wie viele Kriege hat denn Obama denn wirklich begonnen und geführt, wieviele Bush?
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Nun, Bush leidet unter Verfolgungswahn & war ein aktiver Kriegs-Präsident. Obama inkl. die EU leiden unter Grössenwahn. Alle sind sie sehr gefährlich für einen Weltfrieden.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Aber klar doch, E.Waeden: EU&USA sind die grösste Bedrohung für den Weltfrieden, nicht China, das in seiner Gier nach Rohstoffen ganz viele Inselgruppen und internationale Gewässer für sich beansprucht, und schon gar nicht das "lammfromme" Putin-Regime, welches in seinem Drang, alle Russen zu "beschützen", immer neue Ziele in den Nachbarländern anvisiert und (wie auch China) eine gigantische und systematische Aufrüstung betreibt. Wie blind man doch sein kann....
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Lieber Herr Buchmann: Irgendwo habe ich mal geschrieben, dass China & Amerika die Weltherrschaft wollen. Die EU & alle Verbündeten, welche man jetzt sucht sind nur Spielbälle dieser beiden Mächte. Vor diesen müssen wir und fürchten, aber sicher nicht vor Russland. Während des Kalten Krieges habe ich Russland noch gefürchtet, aber noch viel mehr die Chinesen. Heute fürchte ich diese immer noch & neu die Amerikaner. Russland müssen wir nicht fürchten.
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    5. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Glaube macht selig.... Aber warum um alles in der Welt rüstet Putin auf wie ein Wahnsinniger? Russland hat eine sehr unberechenbare Mischung: ein Schwellenland mit vielen ungelösten Problemen, gedemütigt durch den Verlust des Supermacht-Status und auf lange Sicht geführt von einer Machtelite, welche penetrant auf Chauvinismus setzt und keine Gelegenheit auslässt, Front gegen den Westen zu machen.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Bizarr! Obama schreibt Putin vor, wo & wann er seine Truppen im eigenen Land positionieren darf, wo & wann er Manöver durchführen darf, macht es aber mit eignen Truppen inkl. der NATO in "fremden" Ländern ungeniert. Eben, für Amerika & die NATO gilt halt immer: "Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe." Dabei haben Wissenschaftler für Friedensförderung in ihrem Bericht 2014 der EU inkl. Amerika betr. Ukraine-Konflikt ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt. Scheint sie nicht zu kümmern!
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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Dass Europa mit seinen Verteidigungsanstrengungen allein nicht weit kommen würde? Ganz einfach: Ohne amerikanische Rückendeckung hätten wir dem russischen Drohpotenzial nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die baltischen Staaten wären z.B. "Freiwild", wie schon früher. Wir haben es mit einem Regime zu tun, das gewaltig aufrüstet. Gegen wen? Natürlich gegen den Westen!
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    1. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Ja klar, US-Kriegsschiffe im schwarzen Meer. US-Truppen an der russischen Grenze. US-Worte in unseren Medien. Aber nach Leser's Meinung müsste man fast meinen, die russische Marine stehe im Golf von Florida :D
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Meines Wissens stehen russische Truppen in der Ukraine, in Abchasien, Südossetien, Armenien, Transnistrien und an der Grenze der baltischen Staaten. Die NATO hat gerade mal die Zahl der Kampfflugzeuge für die Luftraumüberwachung im Baltikum von 2 auf 12 erhöht, Bodentruppen sollen auch nach den neuesten Beschlüssen nicht stationiert werden. US-Schiffe im Schwarzen Meer gab es schon immer, es ist nicht russischer Privatbesitz. Wo genau soll es US-Truppen an der russischen Grenze geben?
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    3. Antwort von Hanspeter Schwarb, Eiken
      die Amerikaner haben Raketen in Polen und Tschechien stationiert. Die USA ist zudem überall dabei , wenn es darum geht Länder zu destabilisieren oder aufzuwiegeln . Iran 56 , Chile 73 , und in dieser Tradition folgend Georgien 08 und nun in der Ukraine. Sie vergessen dabei auch das Russland in Europa befindet, während die USA weit weg ist. Wäre mal interessant deren Reaktion zu erfahren , wenn Russland wieder Raketen in Kuba aufstellt. Freiwild sind wir wohl eher gegenüber der USA .
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    4. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Herr Schwarb, Polen und Tschechien sind freiwillige und stolze NATO-Partner der USA, es ist normal, dass diese dort ein wenig präsent sind. Wer genau Georgien und die Ukraine destabilisiert, ist eine Frage, die man sicher nicht so pauschal beantworten sollte, wie Sie das tun. Wo wäre Europa heute, wenn sich die USA Ihrem Wunsch gemäss als "weit weg" betrachten würden? Isolationistische und selbstgenügsame Tendenzen gab und gibt es dort durchaus. Ich bin froh, dass Europa nicht allein ist!
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