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International Obama: «Wir werden gewinnen, der IS wird verlieren»

Nach den Anschlägen von Paris haben Frankreichs Staatspräsident François Hollande und US-Präsident Barack Obama Einigkeit im Kampf gegen die Terrormiliz IS demonstriert. Beide Länder breiteten die Arme in Richtung Moskau aus – stellten jedoch Bedingungen für eine Koalition.

Legende: Video Hollande besucht Obama abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.11.2015.

«Wir sind hier, um zu erklären, dass die Vereinigten Staaten und Frankreich in totaler Solidarität zusammenstehen», sagte Obama nach mehr als anderthalbstündigen Beratungen mit Hollande im Weissen Haus. Von der IS-Miliz würden «ernste Bedrohungen» ausgehen. Die Dschihadistengruppe dürfe «nicht toleriert» und müsse «zerstört» werden.

Obama: «Nous sommes tous Français»

Gemeinsam würden beide Länder die «Terroristen und jene, die sie geschickt haben» zur Rechenschaft ziehen und «unsere Nationen verteidigen». «Wir werden gewinnen, und Gruppen wie der IS werden verlieren», zeigte sich Obama sicher.

Legende: Video Obama zu Russland abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.11.2015.

Obama sprach Frankreich erneut das «tiefste Mitgefühl» der USA aus. «Die Amerikaner lieben Frankreich, weil wir uns den gleichen Ideen verschrieben haben», sagte der Präsident. Auf Französisch fügte er hinzu: «Nous sommes tous Français» («Wir sind alle Franzosen»).

Zusammenarbeit mit Russland, wenn...

Weiter als wohl jemals zuvor breitete Obama die Arme in Richtung Moskau aus. Russland sei willkommen, Teil der breiten Koalition zu sein, so Obama. Doch die russischen Angriffe auf die moderaten Rebellen in Syrien dienten der Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. «Russland könnte eine konstruktivere Rolle spielen, wenn der Fokus auf den Kampf gegen den IS gelegt würde», so Obama.

Legende: Video Hollande zu Russland abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.11.2015.

Obama und Hollande drückten sich in dieser Frage fast wortgleich aus. Hollande betonte, Frankreich würde mit Russland zusammenarbeiten – wenn Russland seinen Einsatz auf den Kampf gegen den IS konzentrieren und einer politischen Lösung voll zustimmen würde. «Alle, die eine politische Lösung in Syrien wollen, sollten zusammenarbeiten», so Hollande. «Wir wollen niemanden ausschliessen.»

Hollande will Grenze Syrien/Türkei schliessen , Link öffnet in einem neuen Fenster

Frankreich und die USA wollen nach den Worten von Hollande ihre Luftangriffe auf Stellungen der Islamisten-Miliz IS in Syrien und im Irak verstärken. Darauf habe er sich mit Obama verständigt, sagte Hollande. Zugleich betonte Hollande die Notwendigkeit, die Grenze zwischen Syrien und der Türkei zu schliessen, damit keine Terroristen mehr nach Europa gelangen könnten.

Legende: Video Einschätzungen von Peter Düggeli abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.11.2015.

Viel mehr als Freundschaft signalisiert haben die USA an dem heutigen Gespräch nicht. SRF-Korrespondent Peter Düggeli erklärt: «Obama sieht sich nicht als Kriegspräsident.» Immer wieder betone er, dass die Probleme in der Region eben gerade darum zustande kamen, weil die Supermächte viel zu stark eingegriffen hätten.

Am Montag hatte Hollande bereits mit dem britischen Premierminister David Cameron über eine Allianz gegen den IS beraten. Am Mittwoch will er die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris empfangen und am Donnerstag in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Am Sonntag wird der chinesische Staatschef Xi Jinping in Paris erwartet.

Abschuss von Kampfjet verkompliziert Situation

Auf Initiative Frankreichs hatte der UNO-Sicherheitsrat in der vergangenen Woche einstimmig eine Resolution verabschiedet, die alle Staaten auffordert, «alle nötigen Massnahmen» im Kampf gegen die Dschihadisten zu ergreifen. Die Resolution schafft zwar keine völkerrechtliche Grundlage für den Militäreinsatz, gibt aber politische Rückendeckung für den Kampf gegen die IS-Miliz.

Hollandes Bemühungen um eine international geeinte Front gegen die Dschihadisten wurden am Dienstag allerdings vom Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei überschattet. Nach Angaben aus Ankara war der Bomber in den türkischen Luftraum eingedrungen, Moskau bestreitet dies.

Obama warnte derweil die Türkei und Russland vor einer Eskalation. Beide Länder müssten nun miteinander sprechen, um zu klären, was geschehen sei, so Obama.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Immer nach dem Motto "Yes we can" , welches mit der Zeit eher zu einem "Wunschmottto verkommen ist.
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    "Wir werden gewinnen, der IS verlieren" - das ist ein Widerspruch in sich selbst. Wie soll das gehen? Mit jedem Tag, den Russland schlagkräftig den IS bekämpft, treten die perfiden Machenschaften des Westens, insb. die der türkischen Regierung, deutlicher aus dem Schatten + führen uns vor, wie mit den Terroristen in der Region kooperiert wird. Bin ja gespannt, wie die Nato uns diese Verhältnisse erklären will! Ohne Lug + Trug, oder aber mit dem totalen Gesichtsverlust, wird das unmöglich sein.
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  • Kommentar von E. Wagner (E. Wagner)
    Diese Heuchelei ist nicht mehr zum aushalten. Hinter dem Rücken weibelt Obama wieder bei Merkel für Ausweitung der Sanktionen gegen Russland Besonders der eine Absatz in dem Artikel trifft den Nagel auf den Kopf! Man müsste mit der aggressiven und auf lange Frist für die ganze Welt desaströsen und menschenfeindlichen Politik der US / Nato brechen. Aber keiner hat den Mut Nur manipulierte Politiker in ganz Europa.
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