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International Obama zum Klimawandel: «Es drohen versunkene Länder»

Er ist der erste amtierende US-Präsident, der die Arktis besucht: Barack Obama. Und er reiste als Vertreter des zweitgrössten Schadstoffverursachers mit einer klaren Botschaft an: «Der Klimawandel vollzieht sich rascher, als wir handeln. Das muss sich ändern.»

Legende: Video Obama verschärft Klimapolitik abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.09.2015.

Eindringlich hat US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Alaska zu grösseren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. «Wir werden unsere Kinder zu einem Planeten verdammen, der jenseits ihrer Reparaturfähigkeiten liegt», sagte er in Anchorage.

USA wollen Verantwortung übernehmen

Es drohten «versunkene Länder, verlassene Städte», ausbleibende Ernten, Lebensmittelknappheit, Flüchtlingsströme und Konflikte, sagte Obama an einer Konferenz. Er rief die Teilnehmer der UNO-Klimakonferenz im Dezember in Paris auf, sich auf eine Vereinbarung zum Schutz der Erde zu einigen.

«Wir handeln nicht schnell genug», sagte Obama. Die USA seien sich ihrer Verantwortung als weltgrösste Wirtschaftsmacht und zweitgrösster Schadstoffemittent bewusst. Der Klimawandel sei nicht mehr ein weit entfernt liegendes Problem, sondern vollziehe sich hier und jetzt.

Diejenigen, die die Wissenschaft ignorieren wollen, stehen zunehmend allein da. Sie stehen auf ihrer eigenen, schrumpfenden Insel.
Autor: Barack ObamaUS-Präsident

Kurz zuvor hatten Aussenminister und andere Vertreter aus Deutschland, Grossbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Polen, Japan, Südkorea, Singapur sowie der Europäischen Union schnelle Massnahmen versprochen. Sie wollten «sofort handeln, um das Tempo der Erwärmung in der Arktis zu stoppen», hiess es in der gemeinsamen Stellungnahme der zehn Länder und der EU. Die Warnungen von Wissenschaftler würden ernst genommen.

«Diejenigen, die die Wissenschaft ignorieren wollen, stehen zunehmend allein da», sagte Obama. «Sie stehen auf ihrer eigenen schrumpfenden Insel.»

Erlaubnis für neue Bohrungen erteilt

Heute, am zweiten Tag seiner dreitägigen Alaskareise, wollte der US-Präsident unter anderem die Stadt Seward besuchen, die auch als «Welthauptstadt des Lachses» gilt. Auch die Städte Dillingham und Kotzebue sowie ein Gletscher standen auf dem Besuchsprogramm. Am Mittwoch will er als erster amtierender US-Präsident die Arktis besuchen und dort unter anderem Fischer und deren Familien treffen.

Seitdem das Weisse Haus vor kurzem dem Ölkonzern Shell eine Bohrerlaubnis für die Arktis erteilt hat, wird die Regierung scharf von Umweltschützern kritisiert. Die Öl- und Gasvorkommen in der Arktis sind sehr begehrt. Dieses Thema habe Obama bei seiner Rede ausgespart, bemerkten die Umweltschützer der Organisation Greenpeace.

Dem wachsenden Einfluss Russlands in den strategisch wichtigen arktischen Gewässern wollen die USA mit mehr Eisbrechern entgegentreten. Russland hat derzeit 40 Eisbrecher, elf weitere sind geplant oder im Bau. Für die USA sind derzeit nur zwei Eisbrecher im Einsatz. Die neuen Schiffe sollten US-Interessen und natürliche Ressourcen schützen, hiess es in einer Mitteilung des Weissen Hauses.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Klein der Sprung, vom Prediger zum Sektierer!
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ein Land das pro Kopf 4 mal soviel CO2 verbraucht wie Spitzenreiter China will nun voran gehen. Das würde wenigstens viel bringen. Kohle gibt es ja in Unmengen. Da wären saubere Kohlekraftwerke schon ne schöne Idee. Doch ist sowas möglich?
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Selbst die US-Führer haben bemerkt, dass die Umweltbelastung durch ihre Wirtschaft zu gross ist. Es besteht die Hoffnung, dass auch China seine Verschmutzung reduziert. Einen anderen Weg wird es auf längere Zeit nicht geben. Natürlich werden beide Blöcke auch weiterhin versuchen, ihre Stärke auszubauen. Die Ausbeutung der arktischen Rohstoffe wird vermutlich ein grosses Risiko für die Erde bedeuten. Keiner wird da zurückstecken. CN braucht einen leichten Zugang zu Rohstoffen.
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