Obamas Leibwache: Mitarbeiter überarbeitet, schlecht ausgebildet

Nach Pannen beim amerikanischen Secret Service hat ein Bericht untersucht, was dort alles schief läuft. Das Resultat: Die Leibwächter des US-Präsidenten sind überarbeitet und werden auf ihre Aufgabe schlecht vorbereitet.

Männer des Secret Service vor dem Weissen Haus

Bildlegende: Überforderte und überarbeitete Leibwächter: Der Secret Service kommt in einem Gutachten schlecht weg. Keystone

Nach mehreren Zwischenfällen im Umfeld von US-Präsident Barack Obama hat ein unabhängiges Gutachten schwere Mängel beim Secret Service festgestellt. Obamas Leibwächter erhalten laut einer Untersuchungskommission lediglich eine Schnellbleiche.

Die Leibwächter des Präsidenten seien völlig überarbeitet und ihre Ausbildung mit durchschnittlich 42 Stunden viel zu kurz, hiess es im Bericht der Untersuchungskommission.

Zaun nicht hoch genug

Die erste Empfehlung der vier Gutachter lautet jedoch, das Weisse Haus mit einem neuen, mindestens 1,5 Meter höheren Zaun zu versehen. Der neue Zaun dürfe auch keine Querstreben oder andere Elemente mehr enthalten, die Unbefugten das Klettern erleichtern könnten. Der gegenwärtige ist etwa 2,30 Meter hoch.

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Secret-Service-Chefin zurückgetreten

1:47 min, aus Tagesschau am Mittag vom 2.10.2014

Über diesen Zaun war Mitte September ein Irak-Veteran mit einem Messer geklettert und bis ins Gebäude vorgedrungen, bis er von einem Agenten gestoppt wurde, der eigentlich schon im Feierabend war.

Im September war ein bewaffneter und vorbestrafter Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes bei einem Obama-Besuch in Atlanta mit dem Präsidenten im Aufzug gefahren. Nach dem Zaun-Vorfall trat die Secret-Service-Chefin Julia Pierson zurück.

Das Gremium empfiehlt nun, dass der neue Direktor möglichst von ausserhalb der Behörde kommen sollte. Für das Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Innere Sicherheit wurden weit mehr als 100 Zeugen und Fachleute befragt. Viele weitere Sicherheitsempfehlungen wurden als geheim eingestuft.