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International Ölpest im Golf von Mexiko: BP handelte «grob fahrlässig»

Der britische Ölriese BP muss mehr als vier Jahre nach der Explosion der Bohrplattform «Deepwater Horizon» weitere Konsequenzen der Katastrophe im Golf von Mexiko fürchten. Ein US-Richter erhob jetzt schwere Vorwürfe gegen den Konzern.

Legende: Video Milliardenbusse für Ölkonzern BP abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.09.2014.

BP habe sich beim Umgang mit dem Desaster, das elf Arbeiter das Leben kostete und weite Teile der US-Golfküste verseuchte, «rücksichtslos» und «grob fahrlässig» verhalten. Zu diesem Schluss kam der US-Bezirksrichter Carl Barbier aus dem Bundesstaat Louisiana. Seine Entscheidung wurde mit Spannung erwartet. Nach Einschätzung von Rechtsexperten könnten nun weitere Strafzahlungen in Höhe von 18 Milliarden Dollar wegen Umweltverschmutzung auf BP zukommen.

US-Regierung zeigt sich erfreut

Der Kurs der Aktie brach nach der Entscheidung des Richters um zuletzt fünf Prozent ein. BP hatte sich mit Privatklägern 2012 auf eine Entschädigung über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Insgesamt musste das Unternehmen nach eigenen Angaben schon mit mehr als 40 Milliarden Dollar für die Katastrophe aufkommen.

Der Kurs der BP-Aktie brach nach der Entscheidung des Richters um zuletzt fünf Prozent ein. BP hatte sich mit Privatklägern 2012 auf eine Entschädigung über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Insgesamt musste das Unternehmen nach eigenen Angaben schon mit mehr als 40 Milliarden Dollar für die Katastrophe aufkommen.

Die US-Regierung zeigt sich über das Urteil erfreut: «Die Entscheidung des Gerichts wird sicherstellen, dass das Unternehmen voll für seine Fahrlässigkeit zur Rechenschaft gezogen wird», sagte US-Justizminister Eric Holder. Das Urteil werde auch als Abschreckung für alle dienen, die versucht seien, «bei der Verfolgung von Profit Sicherheit und die Umwelt zu opfern».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Felix von Wartburg, Luzern
    Die Erdölmultis und deren Aktionäre haben sich mit fossilen Brennstoffen immensen Reichtum verschafft, damit aber auch unwiederbringliche Rohstoffe verschwendet und der Umwelt und der Natur und den Menschen auf mannigfaltige Weise massiv Schaden zugefügt. Die anstehenden und zukünftigen Schäden sind so hoch, dass sie mit all den ertricksten Vermögen niemals entschädigt werden können, auch wenn alle Ölmillionäre ihre ganzen Vermögen preisgeben würden. Es gibt Schäden, die irreparabel sind.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Lange her und weiss nicht mehr wo, wann und wer, klingt mir der Satz in den Ohren: "Bevor wir uns gegen die Kohlenwasserstoffe/Energieträger global aufreiben, streiten wir um die letzten Tropfen unseres Trinkwassers." Ist aber nur ein Grund der globalen Kontamination. Meiner Ansicht nach, hat die Welt in den vergangenen Jahrzehnten viel zu viele Anwälte produziert. Die leiden heute an Rohstoffmangel "Geld". Wehrt den Anfängen. Auf unserem Kontinent braucht’s für jeden "Furz" einen Anwalt
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    1. Antwort von Hans Vader, CH
      Das Problem sei aber nicht bei den Anwälten gesucht, sondern bei denen die unfähig sind selber einen Streit zu regeln und dann natürlich in der Politik, weil sie verantwortlich ist für die Überproduktion an Gesetzesnormen.
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