Österreichischer Ex-Minister muss ins Gefängnis

Ein Gericht hat den früheren österreichischen EU-Abgeordneten und Ex-Innenminister Ernst Strasser zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Der Grund: Bestechlichkeit.

Seitliche Nahaufnahme von Ernst Strasser

Bildlegende: Für das Gericht ist erwiesen: Gegen Geld hätte Strasser auf die EU-Gesetzgebung Einfluss genommen. Keystone

Der 58-jährige Ernst Strasser muss wegen Korruption für drei Jahre ins Gefängnis. Der Oberste Gerichtshof in Wien bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts, verringerte aber die Strafe um 6 Monate.

Von Journalisten in die Falle gelockt

Der ehemalige EU-Minister hatte sich demnach 2010 in Brüssel auf ein Lock-Angebot von angeblichen Lobbyisten eingelassen, er solle für 100'000 Euro im Jahr Einfluss auf die EU-Gesetzgebung nehmen.

Das Angebot war eine Falle britischer Journalisten. «Ein EU-Abgeordneter, der korrupt ist, ist ein Übel, der das ganze Funktionieren der EU in Unruhe bringt, infrage stellt», begründete der Senat das Urteil. Strasser hatte «schwere Fehler» eingeräumt. Aber er beharrte darauf, er habe «das, was mir die Anklagebehörde vorwirft, weder geplant noch gewollt».

Die britischen Journalisten hatten mehrere Dutzend Abgeordnete angesprochen. Neben Strasser waren auch jeweils ein Abgeordneter aus Slowenien und Rumänien den Reportern in die Falle getappt.