Österreichs Rechtspopulisten gewinnen massiv Stimmen

An zwei Landtagswahlen in Österreich hat die rechte FPÖ teils spektakuläre Gewinne eingefahren. In der Steiermark steigerte sie ihren Stimmenanteil um über 16 Prozentpunkte.

Kunasek mit offenem Hemd einem Jackett und einem Bier drückt einem Gratulanten die Hand.

Bildlegende: Spitzenkandidat Mario Kunasek feiert den Sieg seiner FPÖ in der Steiermark. Keystone

Mit Slogans wie «Fremd im eigenen Land» und «Neue Wohnungen statt neue Moscheen» hat die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) bei den Landtagswahlen in der Steiermark und im Burgenland ihren Wähleranteil massiv ausgebaut. In der Steiermark steigert sie laut vorläufigen amtlichen Endergebnisses ihren Stimmenanteil um 16,5 Prozentpunkte auf 27,1 Prozent. Im Burgenland legte sie um 6,0 Prozentpunkte auf 15 Prozent zu.

Die sozialdemokratische SPÖ und die konservative ÖVP erlitten erdrutschartige Verluste. Die in der Steiermark bisher regierende rot-schwarze Koalition hatte darauf gesetzt, dass ihr Reformkurs bei den Wählern verfängt. Stattdessen verbuchten beide Volksparteien laut vorläufigem Endergebnis Verluste um die zehn Prozentpunkte.

Die beiden Landtagswahlen waren erster Höhepunkt eines Super-Wahljahrs in Österreich. Bis zum Herbst folgen noch zwei weitere Landtagswahlen unter anderem in Wien. Die Urnengänge sind auch der bisher umfassendste Stimmungstest für die seit 18 Monaten amtierende rot-schwarze Bundesregierung.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Joe Schelbert