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Kampf gegen den IS Offensive auf West-Mossul gestartet

Die Anti-IS-Koalition hat mit der Militäroperation zur Befreiung des Westteils der irakischen Stadt Mossul begonnen. Allerdings wird die Befreiungsarmee dort auf heftigen Widerstand treffen – die Terrormiliz IS betrachtet Mossul als seine Hochburg.

Legende: Video Offensive auf Mossul abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.02.2017.
  • Die irakischen Streitkräfte haben mit dem Sturm auf West-Mossul begonnen.
  • Offenbar soll die Anti-IS-Allianz in West-Mossul bereits einzelne Areale eingenommen haben. Diese befinden sich einige Kilometer ausserhalb des eigentlichen Stadtgebietes.
  • Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich im Westteil der Stadt rund 750'000 Zivilisten befinden – die Hilfsorganisation Save the Children spricht von 350'000 Kindern, die in West-Mossul in der Falle sitzen.
  • Die Anti-IS-Koalition rechnet im Ostteil der irakischen Stadt mit massiven Widerstand der Terrormiliz IS.
Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Pascal Weber abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.02.2017.

Mit Unterstützung einer internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben die irakischen Streitkräfte eine Offensive auf den belagerten Westteil der Stadt Mossul gestartet. «Unsere Truppen beginnen mit der Befreiung der Bürger vom Terror des IS», sagte Ministerpräsident Haider al-Abadi in einer Fernsehansprache.

Die irakischen Truppen, unter ihnen Bundespolizisten und Elitekräfte des Innenministeriums, eroberten zehn Dörfer im Süden Mossuls und rückten auf den Flughafen der Stadt vor, der im Südwesten liegt. Die internationale Anti-IS-Koalition zählt rund 9000 Soldaten, darunter die Hälfte aus den USA.

Hilfe der Anti-IS-Koalition

Der Fluss Tigris trennt Mossul in einen östlichen und einen westlichen Teil. Nachdem sie Mitte Oktober eine Militäroffensive gestartet hatte, brachte die irakische Armee den Ostteil vor knapp einem Monat mit Hilfe der internationalen Anti-IS-Koalition und kurdischer Peschmerga-Kämpfer wieder unter ihre Kontrolle.

Der westliche Teil von Mossul ist kleiner, aber dichter besiedelt als der Osten. Experten und Journalisten erwarten daher eine langwierige Militäroperation. Die irakische Luftwaffe hat Millionen Flugblätter abgeworfen, um die Bevölkerung vor der Offensive zu warnen.

Es braucht auch politische Lösungen

«Es ist schwer vorstellbar, was es wirklich heisst, gegen den IS in dicht besiedeltem Gebiet zu kämpfen», sagt SRF-Korrespondent Pascal Weber, der vor wenigen Tagen mit dem irakischen Militär in Mossul unterwegs war. Er rechnet mit einem verlustreichen Kampf, mit vielen zivilen Opfern.

«Den IS kann man nur besiegen, wenn man auch eine politische Lösung gegen die Terrormiliz findet. Eine Lösung, welche die Ursachen des Terrors bekämpft», sagt Weber. Das beträfe sowohl den Irak aus auch Syrien.

Aus Mossul droht eine Massenflucht

Die Vereinten Nationen rechnen angesichts der neuen Offensive der Anti-IS-Koalition zur Rückeroberung von West-Mossul mit einer Massenflucht. «Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, um südlich von Mossul Notunterkünfte für vertriebene Familien zu errichten», erklärte die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande. Derzeit sei eine Flucht für die meisten Familien aufgrund der Scharfschützen und Minen der IS-Miliz zu gefährlich. Die Kinderschutzorganisation Save The Children warnte, es sässen etwa
350'000 Kinder im Westteil der Stadt fest. Sie forderte deshalb die Einrichtung geschützter Fluchtkorridore für Zivilisten und rief die Armee auf, alles dafür zu tun, «um Kinder und Familien zu schützen».

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Ein herzliches Dankeschön an die Soldaten, die ihr Leben im Kampf gegen diese IS-Idioten riskieren! Bleibt zu hoffen, dass «der Westen» schon mal 500 Milliarden Dollar bereit stellt, um diese Länder wieder aufzubauen. Das ist der einzige und gleichzeitig der billigste Weg um den Terror zu bekämpfen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Das Beste was Syrien und auch dem Irak passieren kann ist, dass die "internationalen Akteure" wie KSA, Katar und der Iran das Interesse an diesen Stellvertreterkriegen verlieren und aufhören Geld, Waffen und Halsabschneider dorthin zu schicken.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      .Da haben Sie aber die ganz grossen Akteure vergessen. Die bestimmen die Marschrichtung mit Waffenlieferungen und je nach Strategie nötiger Unterstützung von lokalen Kräften (Kurden, Freiheitskämpfern/Terroristen etc.). Wie viele Male wurden Kurden zur Speerspitze für Freiheit erklärt und dann verraten und verkauft? In den letzten 30 Jahren gleich mehrmals.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    G.W. Bush verkündete 2003 nach wenigen Wochen Krieg/Intervention das Ende der Kampfhandlungen im Irak. Wie man sich täuschen kann.Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denken war sowie so nicht die Stärke von G.W.. Dafür hatte er andere in seinem Team.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Szabo: Sie liegen absolut falsch. Für die Schiiten und Kurden war die Intervention der USA eine Befreiung. Unter Bush war der Irak stabil, weil Bush schaute, dass auch die Sunniten in der Regierung vertreten waren. Anders bei Obama: Obama zog die US-Truppen ab, die die Stabilität garantierten. Obama installierte mit Maliki eine rein Schiitische Regierung. Obama stoppte die Verfolgung von Al Kaida Gruppen im Irak. De facto sorgte Obama direkt dafür, dass sich der IS überhaupt bilden konnte.
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    2. Antwort von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
      @ Ducrey Ihr Narrativ geht nicht auf. Lange vor Obama, nämlich 2003, war es Bushs Mann Paul Bremer, der mit der Auflösung der Irakischen Armee 450'000 an der Waffe ausgebildeten, vorwiegend Sunnitischen Kämpfern die Existenzgrundlage entzogen hat. Zum Dessert hat er noch eben die gesamte Baath-Partei verboten. Obama seinerseits war der Erbe dieser Ausgangslage. Er hat anschliessend die Politik seines Vorgängers weitestgehend fortgeführt. Das Ergebnis sieht man jeden Tag in den Nachrichten.
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