Offiziell letzte syrische Chemiewaffen verschifft

Ein halbes Jahr nach dem vereinbarten Termin sollen alle chemischen Kampfstoffe aus Syrien gebracht worden sein. Wegen der Kampfhandlungen im Land konnten die Chemiewaffen-Experten der UNO erst jetzt den Abtransport der letzten Chemiewaffen vermelden.

Ein Frachtschiff mit leerer Ladebrücke

Bildlegende: Mit diesem dänischen Frachter wurde die letzte Fracht an Chemiewaffen von Syrien weggebracht. Bild vom April 2014. Keystone

1300 Tonnen chemische Kampfstoffe hatte Syrien letztes Jahr gegenüber den UNO-Inspektoren deklariert. Dieses Arsenal hätte eigentlich schon vor einem halben Jahr vernichtet sein sollen.


OPCW: Alle bekannten C-Waffen aus Syrien abtransportiert

1:11 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.06.2014

Doch der Abtransport der Chemiewaffen war schwieriger als gedacht. Die andauernden Kampfhandlungen in Syrien – insbesondere bei der Hafenstadt Latakia – verzögerten den Transport.

So konnte der Chef der UNO-Chemiewaffenkontrolle erst jetzt die Erfolgsmeldung präsentieren. Die letzte Ladung an chemischen Kampfstoffen habe auf einem dänischen Schiff den syrischen Hafen verlassen. Sie soll acht Prozent der von Syrien deklarierten C-Waffen-Bestände umfassen.

Hinweis auf weitere C-Waffen in Syrien

Die Fracht wird nach Italien gebracht. Dort werden sie zur vollständigen Zerstörung auf ein US-Kriegsschiff umgeladen. Diese Operation soll den Inspektoren zufolge rund vier Monate dauern.

Die Arbeit der UNO-Experten ist damit nicht beendet. Es ist unklar, ob Syrien sein gesamtes Arsenal bekannt gemacht hatte. Zudem gibt es Meldungen von neuen Chemiewaffen-Einsätzen. Die Inspektoren haben vor wenigen Tagen Spuren von Chlorin gefunden. Dies wollen sie nun genauer untersuchen.

Im August 2013 starben bei einem Giftgas-Angriff nahe Damaskus 1400 Menschen. Dabei wurde nachweislich das Nervengas Sarin eingesetzt. Der Westen machte die syrischen Truppen dafür verantwortlich, Syriens Regierung beschuldigte die Rebellen.