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International Operation Mossul: Armee kommt nur langsam voran

Auch am dritten Tag rücken die Koalitionstruppen weiter auf die irakische IS-Hochburg Mossul vor. Die Situation ist unübersichtlich: So sollen in der Stadt Karakusch, die als erobert galt, wieder Kämpfe stattfinden. Derweil will sich die türkische Luftwaffe nun an der Mossul-Operation beteiligen.

Legende: Video Tag drei der Grossoffensive auf Mossul abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.10.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Irakischer Angriff auf Mossul: Mehr als 20 Dörfer erobert
  • Offenbar neue Kämpfe in Karakusch
  • Tausende IS-Kämpfer verschanzen sich in Mossul
  • Türkische Luftwaffe will sich an der Operation beteiligen

Seit Montag läuft die Grossoffensive, um die nordirakische Stadt Mossul aus der Gewalt des IS zu befreien: Auch wenn die Operation am dritten Tag offenbar nur schleppend vorankommt, ist es der Armee gelungen, einige weitere Gebiete zurückzuerobern.

So hätten Einheiten des Militärs den Ort Kani Harami rund 40 Kilometer südwestlich von Mossul eingenommen, erklärte ein Offizier der Armee. Auch die kurdische Nachrichtenseite Rudaw berichtete darüber.

Zugleich gibt es widersprüchliche Angabe über das Schicksal der vor allem von Christen bewohnten Stadt Karakusch. Die Armee hatte sie am Dienstag für erobert erklärt. Nun heisst es aber, es fänden wieder Kämpfe statt. Der Nachrichtensender Al-Dschasira meldete, das Militär sei wegen Scharfschützen zum Rückzug gezwungen gewesen. Ein Armeeoffizier sagte, das Militär durchkämme die Region und hoffe, Karakusch im Laufe des Tages vollständig zu befreien.

«Unmöglich, ohne die Türkei über Mossul zu entscheiden»

Derweil hat die türkische Luftwaffe beschlossen, an der Befreiung Mossuls mitzuwirken. «Wir sind mit den Koalitionskräften übereingekommen, dass sich unsere Luftwaffe an der Mossul-Operation beteiligen wird», so Verteidigungsminister Fikri Isik nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend in der türkischen Botschaft in Rom. «Es ist nicht möglich, ohne die Türkei über die Zukunft Mossuls zu entscheiden», sagte der Minister demnach.

Ministerpräsident Binali Yildirim hatte am Dienstag mit Aussagen über eine türkische Beteiligung für Verwirrung gesorgt. Er hatte zunächst gesagt, die Luftwaffe sei bereits an der Mossul-Operation beteiligt. Später sagte er, sie werde teilnehmen, «wenn es notwendig ist».

Erdogan im Kontakt zu Putin

Anadolu meldete weiter, der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin telefoniert. Dabei sei es unter anderem um die Lage im Irak und in Syrien gegangen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Irak ist seit dem Einmarsch der USA eine Geisel von Spekulanten. Bei den meisten lukrativen Geschäften haben ausländische Mächte strategische Positionen inne. Von den Chefposten bis hin zu den wichtigen Arbeitsplätzen sind internationale Kräfte am Werk. Deutlich sieht man das in Basra, dass für einen wesentlichen Teil der Einnahmen des Staates sorgt. Die Opfer der Kriegsauswirkungen und die Verlierer der neuen Zeit lässt man jedoch alleine. Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Was wäre dann ein schnelles Vorrücken in den Augen der SRF-Journalisten? Wenn ich die SRF Berichte von vor 2-3 Tagen anschaue da war die Rede von Positionen 60 Km südlich von Mosul. Jetzt wird von Orten berichtet die 32 Km vor Mosul liegen. Somit hätte die Irakische Armee ca. 1/2 der Distanz zurückgelegt in einer Operation die am Anfang als langwierig und auf "mehrere Wochen" angelegt beschrieben wurde. Also müsste doch das Vorrücken als ausgesprochen schnell bezeichnet werden.
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  • Kommentar von Joel Ruf (tjr)
    Was in Aleppo ein Kriegsverbrechen, ist in Mossul eine Befreiung. Es kommt einfach darauf an, wer in den Flugzeugen sitzt...
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es gibt halt Menschen die im Unterschied zu Ihnen zwischen Kindern, Frauen und Patienten in Spitälern auf der einen, und den Verbrechern des IS auf der andern Seite differenzieren können. Also: Nein, es kommt nicht darauf an wer in den Flugzeugen sitzt, es kommt auf die Ziele an.
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