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Operation «Olivenzweig» Türkei droht mit Ausweitung der Offensive gegen Kurden

Legende: Video Türkei setzt Offensive gegen Kurden fort abspielen. Laufzeit 0:53 Minuten.
Vom 23.01.2018.
  • Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hat eine Ausweitung der Militäroperation in Nordwestsyrien auf weitere kurdisch kontrollierte Gebiete angedroht.
  • Von der mit den USA verbündete kurdische Miliz YPG in der ostsyrischen Region Manbidsch komme «ständig Störfeuer», sagte Cavusoglu.
  • «Wenn die USA das nicht stoppen können, werden wir das stoppen», sagte Cavusoglu und bezeichnete die YPG als «Terroristen».

Die Gefechte in der nordwestsyrischen kurdischen Enklave Afrin halten an mehreren Fronten an. Die von der Türkei am Samstag begonnene Offensive «Olivenzweig» zielt auf die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in der kurdischen Enklave Afrin. Ankara betrachtet die YPG als syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK und daher als Terrororganisation.

Artillerie und Luftangriffe

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und kurdischen Kämpfern flogen trotz schlechter Wetterbedingungen türkische Kampfflugzeuge über das Gebiet um Afrin.

Karte Türkei

Ein kurdischer Sprecher berichtete von Artillerie-Beschuss im Norden der Region. Die Menschenrechtler berichteten weiter, dass auch Kurdengebiete in der Stadt Kamischli im Nordosten Syriens von der Türkei aus beschossen wurden. Dabei seien zwei Kinder verletzt worden.

Die türkische Zeitung «Hürriyet» berichtete, die in der Grenzprovinz Mardin stationierten Soldaten hätten damit auf Beschuss von kurdischen Milizen aus Syrien reagiert. Von offizieller Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter wurden seit Beginn der Offensive mindestens 100 Menschen getötet, darunter 23 Zivilisten und mehrere Kämpfer auf beiden Seiten. Zudem wurden nach offiziellen Angaben zwei türkische Soldaten getötet.

Kritik nicht erlaubt

Unterdessen gehen die Behörden gegen Kritiker der türkischen Militäroperation im eigenen Land vor. Der Sprecher der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Ayhan Bilgen, sagte, die Polizei habe Razzien in Büros der HDP unter anderem in der südosttürkischen Provinz Siirt, in der Hauptstadt Ankara und in der westtürkischen Stadt Izmir durchgeführt. dabei seien mehrere HDP-Politiker festgenommen worden.

Zudem sei gegen den Vize-Vorsitzenden der Partei, Nadir Yildirim, ein Haftbefehl erlassen worden. Yildirim hatte sich in sozialen Medien kritisch über die Militäroffensive geäussert hatte.

Die Zeitung «Cumhuriyet» berichtete von mindestens fünf Journalisten, die seit Montag wegen kritischer Äusserungen in sozialen Medien festgenommen wurden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete insgesamt 91 Festnahmen wegen «Propaganda für Terrororganisationen.»

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Wann wird der Wahnsinn endlich gestoppt? Europa, USA, Russland, Nato und Uno schauen zu wie die Türken Kurden dahin metzeln. Diese Kurden kämpften gegen den IS als die Türkei den IS im eigenen Land tolerierten und teilweise sogar unterstützten. Da sieht man wieder wie Politiker denken, lieber an den Geldsäckel als an Menschenleben. Ein weiteres Mal werden die Kurden als Dank für ihren Kampf gegen wirkliche Terroristen im Stich gelassen.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Hat es nicht mal so begonnen in der Vergangenheit... mit dem Angriff auf Polen...?
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Ein sehr interessanter Vergleich! Leider schauen heute mehr Länder tatenloser zu als damals.
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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Da kann ein Land wie die Türkei mit einem sowieso sehr fragwürdigem Präsidenten Erdogan einfach in ein anderes Land einfallen, um dort Kämpfe auszuführen und die Weltmächte (USA, EU, Russland) schauen zu. Nein sie schauen sogar weg. Ich finde dies eine absolute Katastrophe. Gebt endlich den Kurden ihr Land (Kurdistan) zurück, welches ihnen seinerzeit gestohlen wurde. Denn nichts anderes wollen die Kurden. Die Kurden haben geholfen die IS an der türkischen Grenze zu stoppen; das ist der Dank.
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Man hat schon mal zugeschaut und schaut weitehin zu.. (Armenien-Genozid...zB, Polen = 2.WK...) und "man" hat entweder Angst oder massive Interessen.. wobei die Interessen wohl massgebend sind!
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