Orban brüskiert mit Nazi-Vergleich

Ungarns Regierungschef Viktor Orban liebt die Konfrontation. Doch mit seinem Vorwurf, Deutschland wende Nazi-Methoden an, ist er übers Ziel geschossen. Berlin reagiert empört.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban.

Bildlegende: Viktor Orban manövriert sich mit seinen Äusserungen ins Abseits. Keystone

Mit einem Nazi-Vergleich hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban Deutschland vor den Kopf gestossen. Berlin habe schon einmal – in der Zeit des Nationalsozialismus – Panzer nach Ungarn geschickt. Dies möge es nicht erneut tun, sagte Orban in seinem wöchentlichen Interview im staatlichen Rundfunk.

Bundesaussenminister Guido Westerwelle sprach  von einer «Entgleisung». Ungarns rechts-nationaler Regierungschef hatte auf eine Äusserung von Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert, wonach man Ungarn «auf den richtigen Weg bringen» müsse, deshalb aber «nicht die Kavallerie zu schicken» brauche.
 
Westerwelle hat Orbans Vergleich mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Ungarn im März 1944 scharf kritisiert. «Das ist eine bedauerliche Entgleisung, die wir klar zurückweisen», erklärte der FDP-Politiker am Rande eines Besuchs in Belgrad.