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International Osternacht-Appell: Seid demütig

Es ist die Erinnerung an die Auferstehung Christi: Mit Tausenden Gläubigen feierte Papst Franziskus im Petersdom die Osternacht. Er ruft die Menschen auf, demütig zu sein und bei Problemen nicht wegzusehen. Es gelte, «vom Sockel unseres so stolzen Ich» herunterzukommen.

Der Papst mit einer Kerze im Petersdom.
Legende: Die Nacht des Wachens feierte der Papst mit Tausenden Gläubigen im Petersdom. Reuters

Mit Tausenden Gläubigen und Pilgern hat Papst Franziskus im Petersdom eine stimmungsvolle Osternacht gefeiert.

In der mehrere Stunden dauernden Zeremonie wurde am Abend des Karsamstags an die Auferstehung von Jesus Christus erinnert. Das 78 Jahre alte Kirchenoberhaupt taufte während der Feier der Osternacht zehn Erwachsene und Jugendliche.

Demütig und bescheiden sein

In seiner Predigt, Link öffnet in einem neuen Fenster forderte der Argentinier die Menschen auf, vor Problemen nicht die Augen zu verschliessen, über die eigenen Sicherheiten hinauszugehen sowie demütig und bescheiden zu sein.

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Christi von den Toten. Der biblischen Überlieferung nach wurde Gottes Sohn Jesus von Nazareth am Karfreitag in Jerusalem verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. Nach christlichem Glauben überwand der gekreuzigte Jesus am Ostersonntag den Tod und erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden.

Legende: Video «Feier zur Osternacht» abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 04.04.2015.

«Eine Nacht des Wachens»

Die Feier zum Gedenken an die Auferstehung begann vor dem Petersdom, wo die Osterkerze entzündet wurde. Anschliessend wurde das Osterlicht in einer Prozession in die abgedunkelte Kirche gebracht. Später taufte der Papst sechs Frauen und vier Männer verschiedenen Alters, die in diesem Jahr aus Italien, Albanien, Kambodscha, Kenia und Portugal stammten.

Der Pontifex beschrieb die Osternacht als «eine Nacht des Wachens». Für die Anhänger Jesus sei es «eine Nacht des Schmerzes und der Angst» gewesen. Es gehe darum «einzutreten in das Geheimnis, das Gott mit seiner Wache der Liebe vollbracht hat», sagte Franziskus. «Ins Geheimnis einzutreten verlangt von uns, keine Angst vor der Wirklichkeit zu haben: sich nicht in sich selbst zu verschliessen, nicht vor dem zu fliehen, was wir nicht verstehen, nicht vor den Problemen die Augen zu verschliessen, sie zu leugnen.»

«Geschöpfe mit Vorzügen und Mängeln»

Gleichzeitig müsse man, «über die eigenen bequemen Sicherheiten, über die Trägheit und die Gleichgültigkeit, die uns bremsen» hinausgehen. Der Papst forderte von den Menschen zudem Demut, er forderte, «sich zu erniedrigen, vom Sockel unseres so stolzen Ich, unserer Anmassung herunterzusteigen». Die Menschen müssten bescheiden sein und anerkennen «was wir wirklich sind: Geschöpfe mit Vorzügen und Mängeln, Sünder, die der Vergebung bedürfen.»

Für Franziskus war es die dritte Osternacht seit seiner Wahl zum Papst im Jahr 2013. Die traditionellen Oster-Feiern im Vatikan enden heute Sonntag mit der Ostermesse. Dann verkündet der Papst seine Osterbotschaft und spendet den Segen «Urbi et Orbi».

18 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    " Der Papst forderte von den Menschen zudem Demut, er forderte, «sich zu erniedrigen, vom Sockel unseres so stolzen Ich, unserer Anmassung herunterzusteigen»." Und ich fordere das von allen religiösen "Würdenträgern", diesen Diktatoren und Machos. Die beleidigen mich, meine Weiblichkeit, meinen Verstand und mein Bewusstsein. Amen.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Humilitas, oder Demut ein fehlendes Prädikat des Homo Sapiens Sapiens. Deswegen mit vielen Synonymen und Übersetzungsproblemen behaftet. Schlüpfrig wie ein Fisch und Wasser predigen. Selber aber Wein trinken. Schon in unserer Schöpfung liegt, in vino veritas nur das kurze irdische Dasein anderen etwas vorzugaukeln. Angesichts der eigenen Vergänglichkeit, wendet sich das Blatt. Ich bleibe der ungläubige Thomas „and a pain in the neck“, unserer „Paradiesvertreter“ Null Rechenschaft schuldig.
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  • Kommentar von Karl Paul, St. Gallen
    "Demütig und Bescheiden" - ist eigentlich eine gute Sache, welche Herr Bregoglio fordert. Leider ist die Katholische Kirche die grösste existierende Kapitalbesitzerin der Erde. Das macht ihm sicher auch ab und zu etwas Bauchweh.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      K.P./Genau und somit auch jene die angeblich weiss,wie die "neue Weltordnung" auszusehen hat.Dumm nur,gibt es noch eine andere mächtige Kirche,die diesen Anspruch für sich erhebt.Deshalb wohl,dieser unsägliche Vermehrungswettlauf.Motto;"Wer mehr Holz sein Eigen nennt,kann es länger (ver)heizen."
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