Ostukraine: Separatisten lassen auf Worte erste Taten folgen

Wie am Ukraine-Gipfel in Paris vereinbart, haben die Separatisten mit dem Teilabzug ihrer Waffen begonnen. Bis zum Abend sollten zwei Frontabschnitte geräumt sein. Auch die Regierungstruppen wollen mit dem Rückzug beginnen.

Ein Scharfschütze mit Gewehr auf dem Boden liegend.

Bildlegende: Beide Seiten – hier ein Scharfschütze der ukrainischen Truppen – wollen einen Waffen-Teilabzug tätigen. Keystone/Archiv

Im Konfliktgebiet Ostukraine haben die Separatisten nach eigenen Angaben mit dem Teilabzug von Waffen begonnen. Kriegsgerät mit einem Kaliber von weniger als 100 Millimetern werde in Etappen von der Front abtransportiert, teilten die Aufständischen in Luhansk mit.

«Als erstes werden wir Panzer abziehen. Wir rechnen damit, dass wir das bis zum Abend in zwei Frontabschnitten geschafft haben», sagte ein Sprecher örtlichen Medien zufolge. Das Kriegsgerät werde mindestens 15 Kilometer von der Front entfernt stationiert.

Merkel und Hollande sind zufrieden

Vorausgegangen war eine Vereinbarung mit der ukrainischen Führung, die ebenfalls mit dem Teilabzug eigener Waffen beginnen wollte. Die Konfliktparteien hatten sich zudem auf eine Kontrolle durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verständigt. Die ersten Schritte in Luhansk seien von OSZE-Beobachter überwacht worden, sagte der Separatistensprecher. Von der Organisation gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

Der Rückzug der Waffen war auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin sowie dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Frankreichs Staatschef François Hollande in Paris am Freitagabend besprochen worden.

Von dem Teilabzug erhoffen sich die Staats- und Regierungschefs eine weitere Entspannung in der Unruheregion, in der eine Waffenruhe seit einigen Wochen recht stabil ist. Gestritten wird aber weiter über Kommunalwahlen in den Separatistengebieten, die die Aufständischen ohne die Regierung in Kiew abhalten wollen. Die ukrainische Führung sieht darin einen Verstoss gegen das im Februar geschlossene Minsker Friedensabkommen.