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International OSZE-Beobachter mit Warnschüssen zur Umkehr gezwungen

Pro-russische Kräfte haben mit Warnschüssen OSZE-Beobachtern den Zugang zur Halbinsel Krim verwehrt. Derweil hat die Regierung in Kiew mit Nachdruck ihren Gebietsanspruch auf die Halbinsel bekräftigt.

Legende: Video Die Lage auf der Krim bleibt kritisch abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.03.2014.
Ein vermutlich russischer Soldat, steht Wache.
Legende: Ein vermutlich russischer Soldat, steht vor einem ukrainischen Militärstützpunkt ausserhalb von Sewastopol Wache. Reuters

Die Spannung auf der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel nimmt täglich an Intensität zu. Beim Eintreffen der OSZE-Beobachtermission auf der Krim sind am Samstag Warnschüsse von pro-russischer Seite gefallen. Den Beobachtern wurde so der Zugang zur Halbinsel verwehrt. Laut OSZE-Sprecherin Cathie Burton ist dabei niemand verletzt worden.

Die Experten sollten ein Auge auf die militärischen Aktivitäten Russlands auf der Krim haben. Pro-russische Kräfte hatten den OSZE-Beobachtern bereits am Donnerstag und Freitag mehrfach den Zugang zu der Schwarzmeerhalbinsel verwehrt.

Die rund 50 Experten aus 28 Ländern seien nun auf dem Weg vom Kontrollposten Armjansk zu ihrem Stützpunkt, sagte die OSZE-Sprecherin. Dort wollen sie ihre weiteren Schritte planen. Die Beobachtermission ist bis zum kommenden Mittwoch geplant.

Krim bleibt ukrainisch

Der ukrainische Aussenminister Andrej Deschtschiza hat sich mit klaren Worten zu den Sezessionsbestrebungen der Krim geäussert: «Die Krim war, ist und bleibt ukrainisch.» In einer Woche wird auf der Halbinsel ein Referendum über die Zukunft der Krim durchgeführt. Die Bevölkerung soll dann entscheiden, ob sie in Zukunft weiterhin zur Ukraine oder zu Russland gehören will.

Beim Verfassungsgericht der früheren Sowjetrepublik liege derzeit eine Anfrage von Übergangspräsident Alexander Turtschinow vor, ob das Referendum mit den Gesetzen vereinbar sei, so der Aussenminister.

Krim-Regierungschef kompromisslos

Der Regierungschef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, zeigte derweil keine Kompromissbereitschaft. «Niemand kann das Referendum absagen», sagte er dem russischen Staatsfernsehen.

Die Volksbefragung sei vom 25. Mai auf den 16. März vorverlegt worden, um Provokationen von ukrainischer Seite zu vermeiden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eigentlich sollten die Russen und die Ukrainer selber aushandeln, wer die Krim in Zukunft regieren soll. Die OSZE sollte sich besser draussen halten. Nicht auszudenken, wie sich ein eventueller Krieg auswirkte, wäre Europa involviert! Falls die Einmischung der OSZE in die Angelegenheit mit dem Segen ihres Vorsitzenden, dem SCHWEIZER Bundespräsidenten D. Burkhalter erfolgte, wäre das eine gewaltige Verletzung unserer Neutralität.
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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    "Pro-russische Kräfte haben mit Warnschüssen OSZE-Beobachtern den Zugang zur Halbinsel Krim verwehrt." Leider haben auch die Krimverteidiger keine demokratische Tradition und keine Erfahrung, wie man mit OSZE-Beobachtern umzugehen hat. Schade. "Derweil hat die Regierung in Kiew mit Nachdruck ihren Gebietsanspruch auf die Halbinsel bekräftigt." In Kiew herrscht eine Putschistenregierung, die von rechtsextremen Elementen durchsetzt ist. Diese hat nichts geltend zu machen. Sie ist illegitim.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Können diese Kriegstreiber nicht den Augenblick der Wahrheit abwarten?Noch sieben Tage,bis die Bevölkerung der Krim darüber abstimmen kann,wie sie ihre Zukunft sieht.Soll die Abstimmung totpediert werden?Hat diese illegale Regierung in Kiew Angst vor dem Resultat?Unglaublich diese Selbstherrlichkeit und Arroganz.Was wird hier TATSÄCHLICH gespielt?Schande und Verderben über jene,die aus Macht- und Geldgier Unfrieden provozieren.Es wird ihnen länger leid tun als sie es sich vorstellen können.
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    1. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      Die Krim hat 40% Tataren, die Ureinwohner, welche zeitweilig von Stalin deportiert wurden und später wieder zurückkehren konnten, nachdem ihre Häuser zwischenzeitig von Russen übernommen wurden und auch in deren Händen blieben. Die Tataren sind sicher nicht für einen Anschluss an Russland. Aber sie werden sich wieder einmal mehr denn 60% Russen unterwerfen müssen.
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