Pakistan soll für Afghanistan Taliban bekehren

Die Taliban: Ohne ihr Einlenken wird es in Afghanistan vermutlich nie Frieden geben. Das muss auch Staatschef Karsai einsehen und will mit ihnen verhandeln. Doch die Gotteskrieger zeigen sich unnachgiebig. Deshalb soll nun der grosse Nachbar Pakistan helfen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die neue Regierung in Pakistan aufgefordert, Friedensgespräche mit den islamisch-fundamentalistischen Taliban aktiv zu unterstützen.

Islamabad soll seinen Einfluss auf die Taliban nutzen, um diese zu direkten Gesprächen mit der Führung in Kabul zu bewegen. Pakistan solle «eine Möglichkeit oder Plattform» für Unterredungen mit den Aufständischen anbieten, so Karsai.

Die Aufständischen lehnen Gespräche bisher ab, weil sie Karsai für einen Handlanger der USA halten. Eine Unterstützung Pakistans gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Friedenslösung in Afghanistan.

Gegenseitiges Misstrauen

An einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem pakistanischen Premierminister Nawaz Sharif sprach sich Karsai ausserdem für eine «gemeinsame Kampagne gegen Extremismus» in beiden Ländern aus.

Es ist die erste Reise Karsais nach Pakistan seit dem Amtsantritt Sharifs im Juni. Das Verhältnis zwischen Kabul und Islamabad ist von Misstrauen geprägt: Beide Regierungen gaben sich wiederholt gegenseitig eine Mitschuld an islamistischen Gewalttaten.