Pakistan weitet Offensive gegen Taliban aus

Erstmals geht die pakistanische Armee in Nord-Waziristan mit Bodentruppen gegen die Taliban vor. Die Extremisten drohen mit Vergeltung und fordern Ausländer auf, dass Land zu verlassen.

Pakistanische Soldaten

Bildlegende: Pakistanische Truppen dringen in Stammgebiete der Extremisten vor (Bild: Archiv 2009). Keystone

Einen Tag nach Beginn einer Bodenoffensive hat die pakistanische Luftwaffe in Nord-Waziristan mindestens 27 Extremisten getötet. Die Taliban seien bei Bombardierungen von sechs Islamisten-Schlupflöchern in der Region Shawal ums Leben gekommen, teilte das Militär mit.

Die pakistanischen Streitkräfte hatten bei einer Grossoffensive mit Bodentruppen und der Luftwaffe in Nord-Waziristan am Vortag insgesamt rund 150 Extremisten getötet. Unter den Opfern sei auch der Drahtzieher des Angriffs auf den Flughafen Karachi, Abu Abdur Rehman Al-Maani, gewesen. Die meisten der Toten seien Usbeken. Es war die erste Bodenoffensive gegen Islamisten in Nord-Waziristan. In der Region im afghanischen Grenzgebiet sollen immer wieder Angriffe von Taliban vorbereitet worden sein.

Warnung an Ausländer

Als Antwort auf die Militäroffensive forderten die Taliban ausländische Organisationen auf, das Land zu verlassen. Andernfalls würden sie zum Ziel von Angriffen. «Wir sind in einem Zustand des Krieges», erklärte Taliban-Sprecher Shahidullah Shahid in einer Mitteilung. «Alle internationalen Investoren, Fluggesellschaften und Institutionen sollten unverzüglich ihre Beziehungen zu Pakistan beenden und das Land verlassen.» Sonst seien sie selbst verantwortlich, wenn ihnen etwas zustosse.

Unmittelbar nach dem Angriff auf den Flughafen Karachi am Pfingstsonntag mit rund 40 Toten hatte die Luftwaffe bereits erste Vergeltungsangriffe geflogen. Die pakistanischen Taliban (TTP) hatten sich zu dem Angriff in der Metropole bekannt. Die Regierung machte die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU) verantwortlich. TTP und IMU sind getrennte Organisationen, operieren aber häufig gemeinsam.