«Panama Papers»: Eklat in Kommission

Mit Mark Pieth und Joseph Stiglitz sind zwei bekannte Experten aus der Arbeitsgruppe ausgetreten, die auf Panamas Finanzplatz Ordnung hätte schaffen sollen. Die beiden werfen der panamaischen Regierung vor, sie wolle Zensur ausüben.

Mark Pieth

Bildlegende: Der Schweizer Strafrechtsprofessor und Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth. Keystone/Archiv

Der bekannte Schweizer Antikorruptionsexperte und Strafrechtler Mark Pieth und der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz sind aus der Expertenkommission für die Revision des Rechts- und Finanzwesens in Panama zurückgetreten. Nach dem Panama-Leak-Skandal sollte das Gremium Vorschläge für eine verbesserte Transparenz des südamerikanischen Finanzplatzes erarbeiten.

In einer Erklärung schrieben Pieth und Stiglitz, dass die Regierung Panamas die Arbeit der Experten habe einschränken wollen. Zudem habe sie nicht zugesichert, dass der Schlussbericht veröffentlicht wird. Dies laufe auf Zensur hinaus, hätten sie der Regierung erklärt. Die panamaische Regierung kündigte eine Erklärung an.

Empfehlungen der Kommission im Herbst erwartet

Die siebenköpfige Arbeitsgruppe solle Vorschläge erarbeiten, wie in Zukunft verhindert werden kann, dass der Finanzplatz Panama für Geldwäscherei und illegale Geschäfte missbraucht wird, hatte Präsident Juan Carlos Varela bei der Einsetzung der Kommission im April versprochen. Im Herbst sollte die Kommission ihre Empfehlungen abgeben.

Panama steht wegen seines liberalen Finanzrechts derzeit international in der Kritik. Medien auf der ganzen Welt hatten Anfang April über gut 200'000 von einer panamaischen Kanzlei gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.