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Panzer an syrischer Grenze Kurden fordern UNO zum Eingreifen gegen Türkei auf

Legende: Video Türkischer Truppenaufmarsch an der syrischen Grenze abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.01.2018.
  • Die Kurden Nordsyriens verlangen vom UNO-Sicherheitsrat, einer türkischen Militärintervention in der Grenzregion Einhalt zu gebieten.
  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zieht derweil seine Militärkräfte in der syrischen Region Afrin zusammen.
  • Die Situation spitzt sich zu, seit die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu von US-Absichten berichtete, wonach die USA unter anderem aus Beständen der Kurden-Miliz YPG eine Grenztruppe aufbauen wollen.

Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Türkische Panzer-Truppen sind an der Grenze zu der von Kurden kontrollierten Region im Norden Syriens aufgefahren. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bettet den Aufmarsch der militärischen Kräfte in unmissverständliche Ankündigung einer neuen Militärintervention in Nordsyrien.

Türkische Panzer fahren in der nordsyrischen Region Afrin auf.
Legende: Für die Türkei ist die Vorstellung einer kurdischen Grenztruppe in Nordsyrien ein Alptraum. trtworld

Afrin soll friedlich bleiben

Nach dieser Ankündigung haben die dortigen Kurden jetzt die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen aufgefordert.

Die in Nordsyrien führende Kurdenpartei PYD verurteilte zugleich Artillerieangriffe der Türkei auf die kurdische Enklave Afrin. Die internationale Gemeinschaft müsse ihrer Verantwortung gerecht werden, erklärte sie. Die PYD forderte die Vereinten Nationen und den UN-Sicherheitsrat auf, sofort alles zu tun, damit die Region friedlich bleibe.

«Region vom Terror säubern»

Laut Beobachtern soll es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Erdogans Truppen in der Region Afrin zum Einsatz kommen. Praktisch die gesamte Südgrenze zu Syrien wird von der kurdischen Miliz YPG kontrolliert. Diese ist eng mit der in Nordsyrien führenden Kurdenpartei PYD verbunden.

Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie. Erdogan erklärte am Sonntag, Ziel der kommenden Operation sei es, die südliche Grenze der Türkei «vom Terror zu säubern». Er rief die USA dazu auf, «die legitimen Anstrengungen der Türkei zu unterstützen».

Keine Freude an Trumps Plänen

Der Eskalation vorausgegangen ist ein Zitat. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu hat am Sonntag aus einer ihr vorliegenden Mitteilung der US-geführten Koalition in Syrien zitiert. Demnach sollen die USA den Plan hegen, das Grenzgebiet zur Türkei mit einer 30'000 Mann starken Grenztruppe zu sichern.

Teile dieser Truppe sollen ausgerechnet die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) stellen. Hinter diesen Kräften verbirgt sich nach Ansicht der Türkei abermals die Kurden-Miliz YPG.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die Pläne von Gabriel über neue Rüstungsdeals mit dem Terror-Paten Erdogan sind ein Schlag ins Gesicht des Widerstandes gegen den IS. Gewinner sind einzig Erdogan und Rüstungsschmieden wie Rheinmetall in Düsseldorf. Erdogan droht Amerikas Verbündeten in Syrien. Die Amerikaner wollen in Nordostsyrien eine Grenzschutztruppe aus kurdischen Kämpfern aufbauen. Eine Terror-Armee nennt das der türkische Präsident. Aber nicht nur mit den Amerikanern, auch mit den Russen legt er sich an.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Der 30-jährige Religions-Krieg endete erst, nachdem die Kämpfer ausgegangen waren. Oder auch die Nahrung. Und das Land völlig verwüstet war, und nur noch ein Drittel der Urbevölkerung übrig war. Es ist zu befürchten, dass es vorher auch im Mittleren Osten nicht aufhören wird.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die türkischen Angriffe im Norden Syriens sind eine völkerrechtswidrige Aggression. Vertreter der türkischen Regierung zu hofieren, muss die BR diese Aggression verurteilen und die Rüstungsexporte in die Türkei umgehend stoppen. Die BR erweist dem Kampf gegen den IS durch Rüstungsexporte an Erdogan und dessen AKP-Regime einen Bärendienst. Der türkische Präsident ist kein Partner im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen, sondern deren Förderer.
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