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International Panzer besetzen ukrainischen Krim-Stützpunkt

Russische Truppen haben den ukrainischen Luftwaffenstützpunkt Belbek im Südwesten der Krim eingenommen. Panzer drangen auf das Gelände vor und Schüsse waren zu hören. Zuvor war ein Ultimatum an die Soldaten, den Luftwaffenstützpunkt zu verlassen, verstrichen.

Legende: Video Militärmacht auf Krim abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.03.2014.

Mehrere Dutzend ukrainische Soldaten hatten auf dem Luftwaffenstützpunkt Belbek ausgeharrt, wo sie von russischen Kräften belagert wurden. Diese hatten den ukrainischen Soldaten ein Ultimatum gestellt, sich zu ergeben. Als dieses verstrich, drangen vermutlich russische Truppen mit Panzern auf das Gelände vor. Schüsse waren zu hören, offenbar wurde eine Person verletzt.

Belbek war eine der letzten Militäreinrichtungen auf der Krim, die sich noch unter ukrainischer Kontrolle befand. Am Morgen hatten rund 200 pro-russische Demonstranten eine ukrainische Luftwaffenbasis in Nowofedorowka im Nordwesten der Krim gestürmt.

Ukrainische Militärangehörige verbarrikadierten sich zunächst in den Gebäuden der Basis, gaben nach Verhandlungen mit russischen Truppen aber dann auf und verliessen die Basis.

Freies Geleit garantiert

Russland hatte zuvor für die ukrainischen Soldaten freies Geleit für den Abzug von der Halbinsel Krim garantiert. Konkret geht es um einen 61 Mann starken Teil einer Luftlandebrigade. Die Soldaten wollen ihren Dienst in der ukrainischen Armee fortsetzen.

Die moskautreue Krim-Führung hatte im Gegenzug für den Abzug verlangt, dass die Militärs ihre Ausrüstung zurücklassen. Nun befahl der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, die Soldaten könnten mit eigenen Fahrzeugen abrücken. Sie sollen bis zur Grenze von russischer Militärpolizei eskortiert werden.

U-Boot eingenommen

Die russische Marine hat zudem auf der Krim das einzige ukrainische U-Boot übernommen. Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte hätten in der Strelezki-Bucht bei Sewastopol die «Saporoschje» umzingelt und mit dem Abwurf von Blendgranaten zur Aufgabe gezwungen, berichtete der Fernsehsender 5. Kanal.

Etwa die Hälfte der 78-Mann-Besatzung wolle in der russischen Marine dienen. Die übrigen Soldaten hätten das U-Boot verlassen.

«Männer heulen nicht»

Der kommissarische ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch warf Kommandanten auf der Krim «schwache Moral» vor. «Männer heulen nicht», entgegnete Tenjuch dem Befehlshaber einer Armee, der sich über mangelnde Unterstützung und fehlende Anordnungen des Generalstabs beklagt hatte. Das meldete die Agentur Unian.

Die Armee sei in den vergangenen Jahren schlecht ausgebildet und nicht auf den Ernstfall vorbereitet gewesen, kritisierte Tenjuch. Der Marinechef betonte, die Soldaten auf der Krim müssten ihre Kriegsschiffe und Stützpunkte sichern. Ein Abzug komme nicht infrage, sagte er im Fernsehen.

OSZE-Mission steht

Die OSZE hat sich auf eine Beobachtermission in der Ukraine geeinigt. Unparteiische Informationen sind angesichts des laufenden Informationskrieges sehr wichtig. Lesen Sie hier die Einschätzungen von SRF-Korrespondent Christof Franzen und hier das Interview mit dem OSZE-Botschafter Thomas Greminger.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller, Thayngen
    Der Konflikt ist vom Westen organisiert und bezahlt. Es geht nur um US Imperialismus. Man muss nur mal schauen wo auf der Welt es überall US Militärbasen gibt. Die Ukraine ist strategisch sehr wichtig. US Strategen sagen selbst: "Ohne die Ukraine ist Russland nicht zu verteidigen." Natürlich sagen die Mainstream Medien etwas anderes. Selber denken und recherchieren ist angesagt und nicht alles glauben was einem vorgesagt wird. Aber das sind natürlich alles nur Verschwörungsteorien.
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  • Kommentar von Cornelius Jaschko, Bern
    Die Menschheit hat die Menschlichkeit verloren und greift sich gegenseitig an aus eigener Furcht. Wir sollten alle mehr Liebe praktizieren dan werden wir auch verstehen das wir nicht den Feind angreifen :-) Wir wollen doch alle in den Himmel aber wie ? So wie es gerade auf der Welt zugeht - sicherlich nicht :-) Manche schlagen sogar vor, die Waffen in die Hand zu nehmen und Parteisch zu werden :-)
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @C. Jaschko: Ihr Wunsch nach Menschlichkeit ehrt Sie, wer wünscht sich das nicht? Aber leider waren die Menschen der Menschlichkeit noch nie sehr zugetan. Sobald es eigene Interessen zu vertreten gilt hört die Nächstenliebe auf. Aber immerhin, man fordert es mit Worte ein. Menschen- & Völkerrechte. Leider nur leere Worte, weil niemand sich daran hält, sondern es nur erwähnt, wenn es dem Eigeninteresse dient.
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    2. Antwort von Cornelius Jaschko, Bern
      E. Waeden, Kt. Zürich - Es ist doch alles ein linkes und abgekartetes Schauspiel der Weltherren! Divide and conquer algorithms :-) Wir sind nur die Opfer die auf die falschen Spiele hineinfallen und unseren Verstand und Seele zu verlieren haben :-) Denk Liebe , sprich Liebe , lebe die Liebe und dieser Albtraum den wir im Moment leben wird bald vorbei sein :-) Gewalt bringt nur mehr Gewalt. Wir handeln immer nur aus der Furcht und die macht uns alle Blind :-) Liebe macht frei...
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      C.J./Trösten Sie sich.Das Leben dauert sei Dank,nicht allzu lange.Falls möglich,muss kein Retourbillet auf diesen"versaut herrlichen"Planeten gebucht werden.Da schon letale Medikamente und Drogen aller Art frei zugänglich sind plädiere ich dafür,dass auch das letale Mittel,Natrium Pentobarbital,auf Wunsch,frei erhältlich sein sollte.So kann jeder,dem das Theater hier nicht passt,geordnet,sauber und kostengünstig diesen"netten Verein"verlassen.Zudem auch gleich seine"Clane"Entsorgung organisieren
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  • Kommentar von Walter Staub, Schwerzenbach
    Wer es immer noch nicht geschnallt hat. Die Krim ist seit der kürzlichen Volksabstimmung auf die demokratischste Art russisch geworden. Andere Soldaten als russische haben daher ihre Uniformen und Waffen abzugeben oder sollen von der Krim verschwinden. Tun sie das nicht, muss halt mit Gewalt nachgeholfen werden.
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Ich bin mir zwar gar nicht sicher, wie demokratisch diese Abstimmung wirklich war, aber ja, die Krim ist jetzt russisch...
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