Papst beginnt seine erste Asien-Reise

Papst Franziskus ist zu einem fünftägigen Besuch in Südkorea eingetroffen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde von Präsidentin Park Geun Hye empfangen. Offizieller Anlass der Reise ist der sechste Jugendtag der asiatischen Katholiken in Taejon.

Der Papst auf Südkorea-Reise

Der Besuch von Papst Franziskus in Südkorea steht im Zeichen seiner Erklärung von der «Priorität Asiens». Es ist die erste Pastoralreise nach Asien von Papst Franziskus. Zugleich ist es der erste Besuch eines Papstes in dem ostasiatischen Land seit 25 Jahren.

Angehörige des «Sewol»-Unglücks begrüsst

Nach seiner Ankunft mit einer Maschine der Alitalia auf dem Militärflughafen in Seoul wurde der Papst von Präsidentin Park Geun Hye begrüsst. Sie hoffe, der Besuch helfe, eine «Ära des Friedens und der Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel zu eröffnen», sagte Park. Mit diesem Wunsch im Herzen sei er gekommen, entgegnete der 77-jährige Argentinier.

Nach der Landung begrüsste er auch vier Familien, die beim Untergang der Fähre «Sewol» im April vor der Südwestküste Südkoreas Angehörige verloren hatten. Bei der Katastrophe starben 300 Menschen. Die Familien hatten an den Papst appelliert, ihre Forderung nach einer gründlichen Untersuchung der Unglücksursache zu unterstützen.

Säbelrasseln in Nordkorea

Auf dem Programm des fünftägigen Besuchs steht ein Treffen mit Jugendlichen und der Würdigung von koreanischen Märtyrern. Ebenso eine Abschlussmesse in Seoul, die im Zeichen des Friedens und der Aussöhnung zwischen Süd- und Nordkorea stehen soll.

Nur kurz vor der Ankunft des Papstes feuerte Nordkoreas Militär Raketen in Richtung offenes Meer ab. Dies berichtete die südkoreanische Armee. Das kommunistische Regime Nordkoreas hatte Südkorea und die USA zuletzt mehrfach vor einem jährlichen gemeinsamen Militärmanöver gewarnt, das nach dem Besuch des Papstes in der nächsten Woche beginnen soll.

Seligsprechung von Märtyrern

Nach einer privaten Messe stand zum Auftakt des Besuchs des Papstes ein Empfang im Präsidentenpalast in Seoul und ein Gespräch mit Park auf dem Programm. Dabei kam auch die angespannte humanitäre Lage im verarmten, aber hochgerüsteten Nordkorea zur Sprache. Nach dem Treffen mit Präsidentin Park sagte Franziskus, er wolle zu Bemühungen um Versöhnung auf der geteilten Halbinsel ermutigen, «denn sie sind der einzig sichere Weg zu dauerhaftem Frieden.» Damit solle auch ein Beispiel für die Jugend gegeben werden.


Papstbesuch in Südkorea freut christliche Minderheit

4:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 14.08.2014

Bei einem Gottesdienst in der Hauptstadt will Franziskus am Samstag 124 koreanische Gläubige seligsprechen, die im 18. und 19. Jahrhundert den «Märtyrertod» gestorben sind.

Offizieller Anlass der Papstreise ist der sechste Asiatische Jugendtag in Taejon. Im WM-Stadion in der etwa 140 Kilometer südlich von Seoul entfernten Stadt will der Papst am Freitag, an Mariä Himmelfahrt, eine Messe feiern. Kurz nach dem Beginn seines Pontifikats im vergangenen Jahr hatte Franziskus von der «Priorität Asien» gesprochen.

Der Besuch in Südkorea widerspiegelt diese Priorität. In Asien wird der Anteil der Katholiken auf nur etwas über drei Prozent geschätzt – in Südkorea sind es nach Angaben der Kirche immerhin über zehn Prozent der Bevölkerung von etwa 52 Millionen Menschen.

Telegramm an China

Erstmals lässt China das Flugzeug eines Papstes durch seinen Luftraum fliegen. Bei der Südkorea-Reise von Johannes Paul II. 1989 verweigerte es den Überflug – die Maschine musste über Russland ausweichen. Während des Fluges sandte der Papst eine Grussbotschaft nach China, wie er es in der Regel auch bei anderen Ländern tut.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Aus Echo der Zeit vom 22.6.2014

    Bei einem Auftritt vor 250 000 Menschen in Süditalien hat der Papst die Mafiosi als exkommuniziert erklärt. Anti-Mafia-Ermittler forderten diesen Schritt seit Jahrzehnten. Mafiosi finanzieren in Süditalien teilweise die Kirche, es gibt nicht wenige Pfarrer, die mit der Mafia verbandelt sind.

    Massimo Agostinis

  • Papst verurteilt Pädophilie

    Aus Tagesschau vom 27.5.2014

    Papst Franziskus hat sich deutlich zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche geäussert. Er fordert ein entschiedenes Vorgehen gegen die Verantwortlichen von sexuellen Übergriffen.

  • Der Papst zwischen Juden und Moslems

    Aus Tagesschau vom 26.5.2014

    Papst Franziskus hat auf seiner Nahost-Reise ein Zeichen der Achtung anderer Weltreligionen gesetzt. In Jerusalem besuchter er jüdische und islamische Heiligtümer gleichermassen und rief dazu auf, die Unterschiede zu überwinden.

  • Der Papst wird in Jordanien empfangen.

    Israels Christen und der Papst

    Aus Echo der Zeit vom 24.5.2014

    Papst Franziskus besucht den Nahen Osten: Jordanien, Israel und die Palästinänsergebiete. Überall lebt auch eine kleine christliche Minderheit. Die meisten freuen sich auf den Papst. Allerdings gibt es um den Besuch auch einige Misstöne.

    Antonia Moser