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International Papst besucht Istanbuler Sehenswürdigkeiten

Papst Franziskus besucht am zweiten Tag seiner Türkei-Reise Istanbul. Mit der Hagia Sophia und der blauen Moschee hat er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht.

Legende: Video «Treffen der Konfessionen: Papst besucht Moschee in Istanbul» abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.11.2014.

Am zweiten Tag seiner Türkei-Reise flog der Papst von der Hauptstadt Ankara nach Istanbul, wo ihn der orthodoxe Patriarch Bartholomäus in Empfang nahm. Anschliessend fuhr der 77-Jährige weiter zur blauen Moschee, wo er vom Mufti Rahmi Yaran begrüsst wurde.

Vor der zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Sultan Ahmet gestifteten blauen Moschee zog der Papst die Schuhe aus, bevor er das Gotteshaus betrat. Wie auch sein Vorgänger Benedikt XVI. 2006 betete er in der Moschee. Franziskus ist nach seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt der dritte Papst, der eine Moschee besucht.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Istanbul waren hoch. Nach Angaben türkischer Medien standen rund 7000 Polizisten im Einsatz. Die Gebiete rund um die beiden Sehenswürdigkeiten wurden teilweise gesperrt – fliegende Händler verbannt.

Legende: Video «SRF-Korrespondentin Ruth Bossart zum Papst-Besuch in der Türkei» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.11.2014.

Nach dem kurzen Besuch in der blauen Moschee ging es für Papst Franziskus weiter zum Museum Hagia Sophia. Der Argentinier wurde vom Direktor des Museums empfangen und erhielt eine Führung.

Türken haben wenig Interesse am Oberhaupt der Katholiken

Die fast 1500 Jahre alte Hagia Sophia war fast ein Jahrtausend lang das grösste Gotteshaus der Christenheit, dann wurde sie zur Moschee. Seit 1934 ist sie ein Museum und ein Wahrzeichen der Stadt.

Das Interesse der Menschen in der muslimisch geprägten Türkei an dem Papst-Besuch war eher verhalten. Das sonst bei Reisen oft übliche Bad in der Menge im offenen Wagen fiel für Franziskus aus, stattdessen fuhr er in einem Mittelklassewagen durch die abgesperrten Strassen der Metropole, die über viele Jahrhunderte als Konstantinopel Zentrum des Christentums war.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Was hier nicht erwähnt wird: Erdogan will die Hagia Sophia wieder von einem Museum in eine aktive Moschee umwandeln, um den sunnitischen Fundamentalismus in der Türkei weiter voranzutreiben. Zwei weitere ehemalige byzantinische Kirchen, ebenfalls beide Hagia Sophia genannt, eine im Istanbuler Staddtteil Iznik und die andere in Trabzon am Schwarzen Meer, wurden erst kürzlich von Museen wieder in Moscheen umfunktioniert. Der Laizismus von Atatürk soll Stück für Stück eliminiert werden.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Jetzt guckt sich ein Papst auch noch die Hagia Sophia an, Überbleibsel des ehemals mächtigen christlichen byzantinischen Reiches, welches durch die päpstlichen westlichen Christen sturmreif bekämpft, niedergemacht, ausgeplündert, geschwächt und schließlich wie eine reife Frucht von den islamischen Türken eingenommen werden konnte. Wäre für das Papsttum in seiner Kriminalgeschichte wieder mal eine von vielen Gelegenheiten, sich in Grund und Boden zu schämen.
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  • Kommentar von andreas furrer, prilly
    @ juha stump: und die mezquita-kathedrale in cordoba? religionen kommen und gehen, das ist wie bei labels oder adelsgeschlechtern, wer da in welchem handbuch eine rolle spielt ist nicht weiter von belang.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen!! Diese Mezquita-Kathedrale kann nie mit der Hagia Sophia verglichen werden, weil sie im Gegensatz zu dieser nie die gleiche symbolische Bedeutung hatte. Lesen Sie sich einmal genau ein, warum der damalige Sultan Mehmet der Zweite Konstantinopel, den letzten Überrest des Römischen Reiches, unbedingt erobern wollte, koste es was es wolle. Nicht aus strategischen Gründen - die Stadt war ja schon umzingelt -, sondern gerade wegen der Hagia Sophia.
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    2. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ juha stump: und worum ging es denn bei der reconquista? und warum musste man mitten in die moschee ein gotisches kirchenschiff bauen?
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    3. Antwort von p.keller, kirchberg
      Für Sie nicht - für Geschichtsbewusste schon.
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    4. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ p.keller: und wie bringen sie israel in ihr geschichtsbewusstsein, oder gilt hier ein anderes geschichtsbuch?
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