Zum Inhalt springen
Inhalt

International Papst ermahnt US-Kongress zu mehr Menschlichkeit

In seiner Rede vor dem US-Kongress forderte Papst Franziskus, nicht «alles auszuschliessen, was stört.» Damit brachte er auch das umstrittene Wahlkampfthema der Republikaner zur Abschiebung der illegalen Einwanderer zur Sprache.

Legende: Video Papst hält historische Rede vor dem US-Senat abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.09.2015.

Zum ersten Mal überhaupt hat ein Oberhaupt der katholischen Kirche vor dem US-Kongress gesprochen: Papst Franziskus nutzte seine Rede vor dem US-Kongress dazu, eine Lanze für Flüchtlinge und Migranten zu brechen.

Angesichts der weltweiten Flüchtlingskrise forderte er eine «menschliche, gerechte und brüderliche» Reaktion. «Wir dürfen nicht über ihre Anzahl aus der Fassung geraten, sondern müssen sie vielmehr als Personen sehen, ihnen ins Gesicht schauen», verlangte Franziskus in seiner Ansprache vor dem Parlament in Washington.

Nicht alles ausschliessen, was stört

In seiner 50 Minuten langen Rede erinnerte Franziskus daran, dass «die meisten von uns einst selber Fremde gewesen sind». Auch mahnte der Pontifex, nicht «alles, was stört, auszuschliessen». Damit sprach er auch das hoch umstrittene US-Wahlkampfthema zum Umgang mit illegalen Einwanderer an.

Während Präsident Barack Obama Millionen illegale Einwanderer vor der Abschiebung bewahren will, wollen Republikaner wie Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sie in ihre Heimatländer zurückschicken.

Legende: Video Die Ankunft des Papstes vor dem Capitol (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.09.2015.

Scharfe Kritik an der Todesstrafe

Die in 31 von 50 US-Bundesstaaten immer noch legale Todesstrafe kritisierte der Papst scharf. Sie verstosse gegen das Prinzip, dass jedes Leben unantastbar sei. Er appellierte an die Mitglieder der beiden Parlamentskammern bei einer Bestrafung, «niemals die Dimension der Hoffnung und das Ziel der Rehabilitierung» auszuschliessen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". In diesem Sinn war mir der Franziskus schon immer verdächtig. Die Wahl des Namens zeigte schon in eine politische Richtung. Kirche und Politik gehören getrennt, da wo sie sich wieder mit (rechter oder linker) Politik vereinigt verlässt sie das Geistige und verfällt in tausend Irrtümer. Einen solch weltlichen Papst wird man auf die Irrtümer aufmerksam machen, er zerstört damit sein Amt. Eine grosse Frage wäre: wie steht es mit Geburtenreichtum und Armut?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Der Papst mischt sich nicht zu viel ein in die Politik, wenn er den Parlamentariern ins Gewissen redet. Schliesslich werden die Entscheidungen ausschliesslich durch Parlamente und Regierungen getroffen - nicht durch den Papst. Den Menschen ins Gewissen zu reden gehört sogar zu den Keraufgaben des Papstes. Andere Glaubensführer sollten es ihm gleichtun - dann wäre die Welt vielleicht friedlicher...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "...nicht alles ausschliessen, was stört" oder, etwas prägnanter ausgedrückt: Nicht alles abschiessen, was stört. Die zweite Aussage würde besser passen zu den Falken, die im Kongress heute die Mehrheit haben. Durch Todesstrafe, Folter, Waffenhandel, Raubtierkapitalismus und Kriege hinterlassen sie eine blutige Spur um die ganze Welt - im verlogenen "Kampf gegen den Terrorismus". 9/ 11 ist tausendfach gerächt mit Hunderttausenden von unschuldigen Opfern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen