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International Papst in Albanien: Kritik an Islamisten

Die erste Auslandreise in ein europäisches Land hat den Papst nach Albanien geführt. Mit im Gepäck: Ermutigung, Liebe und klare Worte an die islamistischen Fundamentalisten.

Legende: Video Papst auf Albanien-Reise abspielen. Laufzeit 0:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.09.2014.

Papst Franziskus hat als erstes europäisches Reiseziel Albanien besucht. Etwa elf Stunden soll der Besuch des Pontifex in der Hauptstadt Tirana dauern – und doch will er damit viel bewirken. Im Mittelpunkt seiner Botschaft steht das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen.

Niemand soll meinen, er könne sich hinter Gott verstecken, während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt.
Autor: Papst Franziskus

Passend dazu thematisierte Franziskus in einer Rede den Terror islamistischer Fundamentaisten: «Niemand soll meinen, er könne sich hinter Gott verstecken, während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt. Niemand nehme die Religion zum Vorwand für seine Taten, die der Würde des Menschen und seinen Grundrechten entgegen stehen», sagte der Papst in Tirana, offensichtlich in Anspielung auf die Gewalt muslimischer Islamisten in Syrien und im Irak.

Die Grundrechte bedeuteten «an erster Stelle das Recht auf Leben und auf Religionsfreiheit aller», so Franziskus weiter. Toleranz sei «ein kostbares Gut», das «in dieser unserer Zeit eine besondere Bedeutung gewinnt, in der von extremistischen Gruppen das echte religiöse Empfinden verfälscht wird und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bekenntnissen verzerrt und instrumentalisiert werden».

Zuspruch für christliche Minderheit

Der Besuch in Albanien bedeutet die vierte Auslandsreise des Pontifex. Zuvor war er in Brasilien, im Nahen Osten und in Südkorea. Er habe das kleine Balkanland als erstes europäisches Reiseziel wegen des früheren «schrecklichen atheistischen Regimes» ausgesucht, hatte der Pontifex vor wenigen Tagen erklärt.

Für den Argentinier ist es ein Besuch mit hohem Symbolwert. Er möchte den Katholiken in dem mehrheitlich muslimischen Land Mut machen.

Heilige Messe in Tirana

Das Programm des Papstes ist eng getaktet. Franziskus trifft Regierungsvertreter, Priester und Vertreter anderer Religionen. Höhepunkt des Besuchs ist jedoch die Heilige Messe auf dem Mutter-Teresa-Platz im Zentrum der Hauptstadt Tirana. Die albanischstämmige Ordensschwester und Missionarin Teresa (1910-1997) ist die in Albanien mit Abstand populärste Person.

Unterdrückung der Religionen

Das besonders dogmatische kommunistische Regime unter Enver Hoxha hatte Albanien 1967 zum ersten atheistischen Staat der Welt ausgerufen. Alle Moscheen und Kirchen wurden geschlossen, Gläubige verfolgt. Nach Ende des Kommunismus hatte mit Johannes Paul II. 1993 erstmals ein Papst das Land besucht.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Wenn eine Religion oder Lebensphilosophie gedeiht auf Grund der friedlichen Taten ihrer Anhänger, welche getragen werden durch Liebe und Mitgefühl, dann hilft das die Menschen weiter - ob Budhismus, Christentum, Islam, Judentum, Atheismus, Humanismus... Wenn sich Anhänger einer Religion oder eine Gemeinschaft durch Gewalt - auch ökonomische, psychologische - glaubt durchsetzen zu müssen, dann verraten sie die fundamentalen Werte, welche die Menschheit und jeden einzelnen weiterbringen.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    "Niemand soll meinen, er könne sich hinter Gott verstecken, während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt." Das könnnen sich auch viele Christen hinter den Ohren schreiben! Denke da insbesondere an die USA...
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  • Kommentar von Otto Würz, Winterthur
    @P. Keller: Sie nennen die Schweiz ein "christliches Land". Wieviele Menschen hierzulande lesen die Bibel, wieviele besuchen regelmäßig die Kirche, wieviele können die 10 Gebote aufsagen, wieviele kennen überhaupt die Fundamente des Christentums? - Die Christen bilden in der Schweiz schon lange nur noch eine kleine Minderheit, auch wenn sich viele 'Christ' nennen. Die Schweiz ist ein pluralistisches Land.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ O. Würz: "Niemand soll meinen, er könne sich hinter Gott verstecken, während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt." Das gilt auch für alle Gewalttaten, welche unser ökonomisches System verlangt bzw. ohne die es nicht überlebensfähig wäre. Man denke an die Firmen, welche hierzulande Mrd. verdienen während sie Elend, Unterdrückung, Korruption und Zerstörung in der Welt säen.
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    2. Antwort von p.keller, kirchberg
      Die grosse Mehrheit der Schweizer ist sich der geschichtlichen, kulturellen und religiösen Bedeutung des Christentums in unserem Land bewusst - und möchte kein 'pluralistisches Chaos', wie es vielleicht gewisse Kreise wünschen.
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @O. Würz, macht das ein "guter" Christ aus? Dass er die Bibel lesen kann, regelmässig in die Kirche geht, die 10 Gebote aufsagen kann? Nebenher kann er soviel sündigen, wie er will, wenn er sich nachher die Absolution für diese einfach in der Kirche abholen kann? Das sind eben verkehrte Ideologien vieler Christen. Und viele Kirchgänger gehen sowieso nur hin damit sie gesehen werden & ihre Pflicht erfüllt haben. An diesen lässt sich aber der Anteil an Christen in der Schweiz nicht messen.
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