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International Papst kritisiert Pädophilie bei Priestern scharf

Franziskus verurteilt den sexuellen Missbrauch durch Geistliche – und vergleicht diesen mit einer schwarzen Messe.

Legende: Video Der Papst spricht Klartext abspielen. Laufzeit 0:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.05.2014.

Der Pontifex ruht nicht: Auf dem Heimweg von der Nahostreise gab er eine Pressekonferenz, eine fliegende, hoch über den Wolken, denn Zeit will der Papst keine verlieren.

Den versammelten Journalisten sagte er deutlich, was das für ihn ist – wenn Geistliche Kinder sexuell missbrauchen: Mit einer «schwarzen Messe» verglich er dieses Verbrechen. Es sei dies ein schweres Problem, bei dem es für die katholische Kirche nur Nulltoleranz gebe, sagte er.

Niemand könne dabei Privilegien für sich beanspruchen. «Gegenwärtig wird gegen drei Bischöfe ermittelt und die Strafe für sie abgewogen», sagte er.

Der Papst spricht in seinem Flugzeug zu den Reportern.
Legende: Der Papst spricht in seinem Flugzeug zu den Reportern. Keystone

Papst lud Opfer zur Messe ein

Anfang Juni will der Papst im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, in dem er wohnt, mit acht Missbrauchsopfern Geistlicher eine Messe feiern. Zwei davon sind Deutsche, andere Betroffene kommen aus England und Irland. Die katholische Kirche war vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen massiv erschüttert worden.

Franziskus will entschlossen gegen Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche vorgehen. Im Dezember setzte er eine Kommission dazu ein. Er will damit sensibilisieren, die Folgen für Opfer und Angehörige sichtbar machen.

Das Kirchenoberhaupt verteidigte zugleich den Zölibat. Unverheiratete Priester seien ein Geschenk an die Kirche, das er schätze, und kein Glaubensdogma. Zwar seien die Türen für eine Diskussion offen. Derzeit stünden jedoch für die Kirche andere Themen mehr im Mittelpunkt.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    Kindesmissbrauch durch Priester sei vergleichbar mit einer schwarzen Messe. Der Papst weiss offenbar wovon er spricht... Schrecklich.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Als praktizierender Katholik erwarte ich vom geschätzten Vater in Rom: Wer sich weltlicher und krimineller fleischlicher Lust hingibt, soll weltlicher Gerichtsbarkeit zugeführt werden. Wird dasselbe in einer Freikirche oder von Atheisten praktiziert, gibt es kein Pardon. Mit Recht. Unmündigen (Kindern/Erwachsenen/Alten) gebührt uneingeschränkter Schutz jeder sozialen Gemeinschaft! Amen. Bin deswegen noch „Clubmitglied“. Am "ungläubigen Thomas" sollen sie ruhig noch etwas Basalt kauen :-#
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  • Kommentar von Markus Schneider, Winterthur
    Schwatzen kann man lange - er soll die schuldigen Priester der Justiz übergeben, und sie nicht weiter schützen.
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