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International Papst ruft in Kenia zum gemeinsamen Kampf gegen Extremismus auf

Niemals dürfe der Name Gottes missbraucht werden, um Gewalt und Hass zu rechtfertigen: So wandte sich Papst Franziskus bei seinem Besuch in Kenia an Muslime und Christen. Zudem forderte der Pontifex mehr gegenseitige Achtung – zehntausende Gläubige jubelten ihm zu.

Legende: Video Erste Messe in Kenia abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2015.

Bei einem Treffen mit Vertretern verschiedener Religionen im kenianischen Nairobi hat Papst Franziskus Christen und Muslime zum gemeinsamen Kampf gegen Extremismus aufgerufen. «Allzu häufig werden Jugendliche im Namen der Religion zu Extremisten», sagte er. Niemals aber dürfe der Name Gottes als Rechtfertigung für Gewalt und Hass missbraucht werden.

Gerade in Kenia sei die Erinnerung an «barbarische Attacken» noch sehr lebendig, sagte der Papst mit Blick auf die islamistischen Anschläge auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013 und auf die Universität von Garissa im April 2015. Der ökumenische und interreligiöse Dialog sei daher «kein Luxus» und «nicht optional», sondern «in unserer von Konflikten verwundeten Welt» immer nötiger.

Ein Appell an die Jugend

In der ersten öffentlichen Messe seiner sechstägigen Afrika-Reise forderte Franziskus anschliessend auf dem Universitätsgelände vor zehntausenden Gläubigen mehr gegenseitige Achtung.

Alle Gläubigen müssten sich «Bräuchen widersetzen, die die Arroganz unter den Männern begünstigen, die die Frauen verletzen oder verachten und das Leben der unschuldigen Ungeborenen bedrohen», sprach der 78-Jährige. Häusliche Gewalt ist in Kenias konservativ-patriarchalischer Gesellschaft keine Seltenheit. Auch Genitalverstümmelung bei Frauen wird von einigen Volksgruppen weiterhin praktiziert.

«Familien und Kinder besonders unterstützen»

Franziskus appellierte in seiner Predigt auch an die Jugend, sich stärker für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Die Jugend müsse sich immer um die Nöte der Armen sorgen und gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung kämpfen.

Trotz leichten Nieselregens herrschte auf dem Campus bei Gesängen auf Swahili eine ausgelassene, fröhliche Stimmung. Franziskus betonte in seiner kurzen Predigt auch die Bedeutung der Familie. «Die Gesundheit jeder Gesellschaft hängt von der Gesundheit der Familien ab», sagte der Papst. Deswegen müssten Familien und Kinder besonders unterstützt werden.

Bekämpfung von Armut

Am Freitag will der Papst in Nairobi das Armenviertel Kangemi besuchen, wo etwa 100'000 Menschen auf engstem Raum leben. Franziskus hat die Bekämpfung der Armut zu einem der zentralen Themen seines Pontifikats gemacht.

Die sechstägige Afrika-Reise nach Kenia, Uganda und in den Krisenstaat Zentralafrikanische Republik ist die elfte Auslandsreise seit Franziskus' Wahl zum Papst im März 2013. Afrika ist die Weltregion, in der die katholische Kirche am meisten wächst.

Der Papst in Afrika

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Die wichtigsten Stationen von Papst Franziskus

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Schweizer (Schweizer_Thomas)
    Ist es friedlicher geworden seit es den Vatikan gibt. Und die Reisen in Länder mit Regimen. Papst ist ein Tourist und man sieht keine Fortschritte. Was sonst im Vatikan läuft will ich nicht wissen. Zum Nachlesen/Nachdenken in WIKI https://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt
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  • Kommentar von E. S. (E.S.)
    Ja - alles wunderbar - aber bis der Herr Jesus irgendwann mal wieder kommt oder auch nicht, könnte die Kirche auch mehr tun und "wahre Sorge für die Bedürfnisse der Armen" zeigen, anstatt Millionen und Abermillionen zu scheffeln (notabene auch den den Armen aus der Tasche gezogen) um sich Prunk und Luxus zu leisten - wie eben kürzlich dem neuesten Vatikan-Skandal zu entnehmen war - einfach nur widerlich und heuchlerisch... Die Kirche ist daher keinen Deut besser als die Politik...
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  • Kommentar von Denis Vuono (Denis Vuono)
    Röthenmund: auf Gott allein hoffen zeugt von grösster Demut und Glauben...ich wünscht ich könnt das, alles anders als leicht....auf Gott warten heisst nicht, nichts beizutragen und das stimmt: armut hat seinen grossen Vorteil: man ist eher offen für den biblischen Gott und eher gottesfürchtig und dankbar, denn der Herr Jesus selbst sagt: es ist leichter für ein Kamel dass er durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher (der Gott nicht braucht...) ins Reich Gottes (erlösung) kommt...
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