Schweizergarde schützt Kardinäle am Konklave

Papst Benedikt XVI. ist zurückgetreten. Doch für dessen ehemalige Leibgarde gibt es keine Verschnaufpause. Ihr Auftrag ist es absofort, für den Schutz der Kardinäle während des Konklave zu sorgen.

«Es war mir eine grosse Ehre, dem Papst Benedikt XVI. zu dienen», sagt Daniel Anrig, der 34. Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde zu SRF. 

Das Pontifikat endete am Donnerstagabend. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Schweizergarde für den Schutz des Heiligen Vaters verantwortlich. Danach zogen sich die Gardisten in die Vatikanstadt zurück.

Eine offizielle Verabschiedung des Korps gab es nicht. Jedoch hatte der Kommandant am Mittwoch die Möglichkeit, den Papst persönlich zu treffen.

Entscheid über Konklave am Montag

Nach dem Rücktritt des Papstes läuft für die Garde alles wie gewohnt – mit der Ausnahme, dass sie nun dem Kardinalskollegium dient. «Und nachher schützen wir den neuen Papst», sagt Daniel Anrig.

Gemäss seinen Angaben werden die wahlberechtigten Kardinäle voraussichtlich am kommenden Montag in der Aula Paolo VI. zusammenkommen, um den Beginn des Konklave festzusetzen.

Zum Schutz des Papstes

Die Schweizergarde ist seit 1506 zuständig für den Schutz des Papstes. Papst Julius II. bat die Eidgenossenschaft um die Entsendung eines Kontingents zur Verteidigung des Vatikans. In diesen Zeiten hatten Schweizer Söldner einen exzellenten Ruf.

Heute besteht die Truppe aus 110 Gardisten. Zu ihren Aufgaben gehören der Schutz des Papstes, die Bewachung der Päpstlichen Residenz und der Haupteingänge zur Vatikanstadt, die Begleitung des Heiligen Vaters auf Auslandsreisen sowie der Ordnungs- und Ehrendienst, zum Beispiel bei Besuchen von Staatsführern.