Zum Inhalt springen

International Papst warnt vor Ausgrenzung Homosexueller

Hoch über den Wolken hat sich Papst Franziskus erstmals offiziell zum Thema Homosexualität geäussert. Auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Rom warb der Pontifex für einen offeneren Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen. Gleichzeitig prangerte der Papst aber Schwulen-Lobbys im Vatikan an.

Legende: Video «Papst äussert sich zur Homosexualität.» abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.07.2013.

Auf seinem Rückflug von Rio de Janeiro nach Rom hat sich Papst Franziskus für einen offeneren Umgang der katholischen Kirche mit Schwulen und Lesben stark gemacht. «Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, um über ihn zu richten?», fragte der Pontifex rhetorisch.

Bei der Pressekonferenz hoch über den Wolken berief sich Franziskus auf den Katechismus. Aus diesem gehe klar hervor, dass Menschen mit einer anderen sexuellen Ausrichtung nicht an den Rand gedrängt werden dürften, sondern in die Gesellschaft integriert werden sollten.

Der Papst machte aber auch klar, dass homosexuelle Neigungen zwar kein Problem seien, homosexuelle Akte dagegen schon. Zudem verurteilte er alle, die öffentlich für Homosexualität werben. Das Problem sei nicht das Schwulsein, so Franziskus. Problematisch seien die Lobbys.

Bisher hatte sich Franziskus in der Öffentlichkeit mit Äusserungen zur Homosexualität zurückgehalten. Teilnehmer eines Treffens mit dem Papst berichteten jedoch im Juni, der Pontifex habe sich über die Existenz eines Schwulennetzwerks im Vatikan beklagt.

Priesterinnen weiterhin kein Thema

Während der Pressekonferenz wurde der 76jährige Argentinier auch zum Fall Battista Ricca befragt. Er hatte diesem vor kurzem, trotz Gerüchten über Treffen mit männlichen Prostituierten, einen wichtigen Posten bei der Vatikanbank zugewiesen. Franziskus meinte dazu nur, man habe eine kurze Untersuchung eingeleitet, welche nichts ergeben habe.

Mit dem Satz: «Diese Tür ist geschlossen», nahm Franziskus als Papst erstmals Stellung zur Forderung, dass auch Frauen zu Priesterinnen geweiht werden können. Frauen sollen in Zukunft allerdings wichtigere Rollen in der Kirchenverwaltung und in den pastoralen Aktivitäten übernehmen.

12 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hansi Dragoner, Drachenstein
    Das was der Papst hier von sich gibt, ist nichts neues, eine Nullmeldung steht im Katechismus: Homosexualität ist nichts schlechtes, aber nur wenn sie nicht gelebt wird. Frauen sind an und für sich auch vollwertige Menschen, absolut ungeeignet aber für ein katholisches Priesteramt, da ist die "Türe zu". Man sollte einen Mann in einem solch hohen Amte für intelligenter halten, aber das was hier als katholisches Lehrdogma vertreten wird ist Schizophrenie pur. Glauben die das eigentlich selber?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marius Schmidlin, Düsseldorf
    Hahaha, über Homosexuelle will er nicht Richten, aber Homosexualität ist des Teufels. Na wenn das nicht Doppeldenk ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rudolf Pfeiffer, Cashibo
    Papst missverstanden Wenn ich die obigen Kommentare lese, wird der Papst als sich widersprechend dargestellt. Die Schreiber scheinen den Unterschied nicht zu verstehen. Der Papst räumt ein, dass es Menschen gibt, die eine homosexuelle Ausrichtung haben. Er beschuldigt diese Menschen nicht. Er versteht aber Gott und die Bibel so, dass der Schöpfungsgedanke Gottes nicht so ist. Deshalb gibt er keinen Freipass, Homosexualität zu praktizieren. Vgl: arm sein, ist keine Sünde, stehlen schon.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marius Schmidlin, Bergen
      Nein, viel mehr "Arm sein ist keine Sünde, kein Geld zu haben aber schon".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen