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Papstwahl «Eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen»

Heute spricht der neue Papst Franziskus das Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Zehntausende Gläubige werden erwartet. Am Samstag hat der Pontifex bei einer Audienz im Vatikan hunderte Vertreter der Weltpresse empfangen.

Legende: Video Papst Franziskus' Rolle während der Militärdiktatur abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.03.2013.

Die Medien seien unverzichtbar geworden, um die Ereignisse der Welt zu erzählen, sagte Papst Franziskus bei einer Audienz für Journalisten im Vatikan. In den letzten Tagen hätten sie viel Arbeit gehabt, fügte er mit Blick auf die Papstwahl hinzu. Dafür danke er ihnen.

Die Kirche soll nach Auffassung von Papst Franziskus den Armen dienen und selbst auf Reichtum verzichten. «Ich möchte eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen», sagte der 76jährige. Aus diesem Grund habe er sich nach dem Heiligen Franz von Assisi benannt, erklärte das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Der Papst begrüsst Journalisten der Weltpresse im Vatikan. (keystone)
Legende: Papst Franziskus hat nicht nur die Journalisten gesegnet, sondern auch den Hund eines blinden Radiojournalisten. Keystone

«Ich spende jedem meinen Segen»

Zum Ende seiner Audienz schloss Franziskus in seinen Segen auch die Nicht-Katholiken und Atheisten unter den Journalisten ein. «Da viele von Ihnen nicht der katholischen Kirche angehören und andere nicht gläubig sind, spende ich jedem von Ihnen meinen Segen, weil ich Ihre Gewissensentscheidung respektiere, aber auch weiss, dass Sie alle Kinder Gottes sind», so Franziskus.

Keine Personal-Entscheide

Über die personelle Besetzung der wichtigen Posten in der römischen Kurie, die durch die «Vatileaks»-Affäre um Verrat und andere Machenschaften ins Gerede gekommen war, will Franziskus erst später entscheiden. Der argentinische Papst wolle sich eine gewisse Zeit nehmen für Reflexion, Gebete und Gespräche, teilte der Vatikan mit. Die Vorgabe gilt auch für den umstrittenen Posten des Kardinalstaatssekretärs.

Franziskus erhält «Vatileaks-Dokumente»

Zu einer spektakulären Begegnung soll es in einer Woche in Castel Gandolfo kommen. Dann will Franziskus seinen Vorgänger Benedikt XVI. treffen. Das historische Treffen des neuen und des emeritierten Papstes wird in Rom mit Spannung erwartet.

Benedikt XVI. hatte angekündigt, die Unterlagen zum «Vatileaks»-Skandal nur seinem Nachfolger zugänglich zu machen. Beobachter schlossen daraus, dass die Inhalte brisant sein dürften. In dem Skandal geht es nach Medienberichten angeblich um Korruption, Intrigen und sexuelle Ausschweifungen. Derzeit sollen sich die Geheimdokumente in Castel Gandolfo befinden.

Mit Staatsgästen aus aller Welt und einer Million Pilgern rechnet Rom zur feierlichen Amtseinführung des Papstes am kommenden Dienstag.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Was die Kurie von der Schweiz lernen könnte, wäre ein bisschen mehr Föderalismus! Der liebe Gott liebt die Vielfalt und nicht die Einfalt! Der Einfluss der lokalen Bischofskonferenzen auf die Kurie muss gestärkt werden! Denn nur die Bischöfe kennen die Sorgen und Nöte der Kirchenbasis am Genauesten. Mit den konvertierten Anglikanern sind die Viri probati (bewährte Männer mit Priesterweihe) schon heute in Europa eine Realität und somit das Pflichtzölibat nur noch Makulatur!
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