Schweizer Kardinal freut sich über lateinamerikanischen Papst

Franziskus stammt als erster Papst aus Südamerika. Das freut Kardinal Kurt Koch, wie er der «Tagesschau» sagt. Der Schweizer verrät im Interview auch Einzelheiten zum Konklave, dessen Ablauf eigentlich geheim ist.

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Kurt Koch: «Ich glaube, er hat ziemlich viel Tatkraft.»

3:49 min, vom 14.3.2013

Er sei sehr glücklich darüber, dass es gelungen sei, die Grenze von Europa zu überschreiten und einen Papst zu wählen, der aus Lateinamerika stamme, sagt der Schweizer Kardinal Kurt Koch. Die Herausforderungen, die auf Papst Franziskus zukommen, seien gross und auf den Kontinenten sehr unterschiedlich.

«Er wird nicht alles lösen können – das wäre eine schlichte Überforderung», so Koch. Deshalb gelte es abzuwarten und zu sehen, welche Prioritäten der neue Papst setze.

Ökumene als Herzensanliegen

Koch traut ihm viel zu: «Ich glaube, er hat ziemlich viel Tatkraft», sagt er. Die Schweizer Katholiken können immerhin darauf hoffen, dass die Bedeutung der Ökumene wieder mehr Gewicht erhält. Er sei sicher, dass der ökumenische Dialog dem neuen Papst ein grosses Herzensanliegen sei, sagt Koch.

Im Interview der «Tagesschau» gibt Kardinal Koch auch einen Einblick auf den Verlauf des Konklaves. Koch gehörte zum Wahlgremium der Kardinäle. Es sei eigentlich eine Verbindung von Gottesdienst und Wahlveranstaltung mit geheimer Abstimmung. Jeder der Kardinäle trete in der Sixtinischen Kapelle mit seiner Stimme vor den Altar, vor das Bild des Jüngsten Gerichts und schwöre dort, den zu wählen, den Gott wünscht. «Das ist natürlich schon etwas, das einem durch Mark und Bein gehen kann».