Zum Inhalt springen

Treffen Macron-Trump Paris soll wieder erste Wahl sein

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump nicht ohne Hintergedanken nach Paris geladen. Frankreich will in der internationalen Diplomatie an Einfluss gewinnen und den dort etwas isolierten Donald Trump einbinden. Paris verfolgt aber auch handfeste eigene Interessen.

Legende: Video US-Präsident Trump in Paris abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.07.2017.

Was steht auf dem Programm? US-Präsident Donald Trump ist mit seiner Frau Melania in Paris eingetroffen. Auf dem Programm steht ein bilaterales Arbeitstreffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Am Freitag nimmt Trump an den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag teil, dem Quatorze-Juillet. Bei der traditionellen Militärparade auf den Champs Elysées marschieren in diesem Jahr auch rund 200 amerikanische Soldaten mit. Damit wird an den Kriegseintritt der USA im Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren gedacht.

Was will Macron erreichen? Der französische Präsident hat Donald Trump in den letzten Wochen bereits mehrfach getroffen, am Treffen des Militärbündnisses Nato, am G7-Gipfel in Süd-Italien und am G-20-Treffen am vergangenen Wochenende in Hamburg.

Emmanuel Macron versucht, die belasteten diplomatischen Beziehungen zwischen den USA, Deutschland und Russland als Vermittler zu beleben und Frankreich so mehr Gewicht zu verleihen in der internationalen Politik.

Was sind die Streitpunkte? Die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Frankreich sind etwas belastet. Macron verurteilte insbesondere den Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen von 2015 scharf. Er werde nie aufgeben, die USA eines Besseren zu belehren, kommentierte Macron unlängst diese klimapolitische Kehrtwende des US-Präsidenten.

Etwas irritiert reagierten US-Regierungsvertreter zudem darauf, dass Macron in einem vielbeachteten Video-Statement die amerikanische Forschergemeinde eingeladen hatte, ihre Zelt in Paris aufzuschlagen, also den USA den Rücken zu kehren.

Wo gibt es gemeinsame Interessen? Im Kampf gegen den islamistischen Terror im Nahen Osten und in der Sahel-Zone verfolgen Frankreich und die USA gemeinsame Interessen. Beide Länder fliegen seit Jahren fast täglich Luftangriffe gegen Stellungen der Terror-Organisation Islamischer Staat in Syrien und im Nordirak.

Emmanuel Macron will versuchen, Donald Trump zu überzeugen, sich finanziell und logistisch nun auch am Aufbau einer Anti-Terror-Militärallianz in der Sahelzone (Mauritanien, Tschad, Mali, Niger, Burkina Faso) zu beteiligen.

Was hat das Treffen mit Sport zu tun? Die beiden Präsidenten müssen sich auch sportlich finden. Am Dienstag hat das Internationale Olympische Kommitte den Weg frei gemacht, dass Paris und Los Angeles die kommenden beiden Sommerspiele organisieren. Beide Länder müssen sich auf einen gemeinsamen Kalender einigen bis Ende August. Frankreich will die Spiele 2024 nach Paris holen und Los Angeles überzeugen, sich bis 2028 zu gedulden.

Dieses Thema wird wohl eher am späteren Abend angesprochen. Dann sitzen Macron und Trump, begleitet von den jeweiligen First-Ladies, beim Dessert auf dem 2. Stock des Eiffel-Turms. Dort wird Emmanuel Macron seinen Gast überzeugen wollen, dass Paris die erst Wahl ist – und zwar schon 2024.

Militärische Ehren

Der französische Staatschef Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump zu einem eintägigen Besuch in Paris empfangen. Macron begrüsste den Amerikaner mit militärischen Ehren am Invalidendom. Trump ist am Freitag als Ehrengast bei der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Stürmt aus dem Wagen auf Macron los um den zu begrüssen. Ob und wann seine Frau kommt ist völlig nebensächlich. Supertrump ist Paradebeispiel für schlechtes Benehmen. Alleine dafür muss sich schon jeder Amerikaner schämen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Bislang nur Selbstinszenierungen des französischen Präsidenten Macron und da passt die große Show und Ehrerbietung vor dem Grab Napoleons, der einst Europa ausbluten ließ und mit Krieg überzog in diese Regie, obwohl eine Zumutung für die übrigen Europäer, wäre auch eine Zumutung, wenn Merkel wie üblich,das Portemonnaie wieder weit aufmacht und den deutschen Steuerzahler ausbluten ließe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Macron sollte erst mal sein eigenes Land auf Vordermann bringen, was bei einer Opposition auf der Straße nicht ganz komplikationslos vonstatten gehen wird. Mit Operettengroßmachtallüren kann er sich nur lächerlich machen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen