Zum Inhalt springen

Parlamentswahl im Irak Verspätungen und Ausfälle bei Wahllokalen

Dazu kommt offenbar eine tiefe Wahlbeteiligung, so berichten irakische Medien.

Legende: Video Wahlen im Irak: Wahlbeteiligung eher gering abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.05.2018.
  • Bei der Parlamentswahl im Irak sind Wahllokale zu spät geöffnet worden und an mehreren Orten ist es zu Ausfällen des elektronischen Wahlsystems gekommen. Das berichten lokale Medien und Beobachter.
  • Im Einsatz waren rund 900'000 Sicherheitskräfte, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten.
  • Grössere Zwischenfälle waren lange nicht bekannt. Gemeldet wurde später ein Raketen- und Granatenangriff nahe eines Wahllokals in der Provinz Dijala, östlich von Bagdad.
  • Ein Polizist wurde gemäss eines hochrangigen Armeevertreters getötet und fünf weitere verletzt.

Es handelte sich bei dieser Wahl um die erste Parlamentswahl im Irak nach dem militärischen Sieg gegen die IS-Terrormiliz. Das Interesse der Wähler sei aber gering gewesen, berichten Medien und Beobachter. Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung noch bei rund 62 Prozent. Unter den Menschen ist Politikverdrossenheit weit verbreitet, unter anderem eine Folge der ausufernden Korruption im Land.

Favorit des Westens: Al-Abadi

Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte im vergangenen Dezember den Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat verkündet. Nach den Kämpfen gegen die Extremisten sind grosse Teile des Iraks zerstört. Hunderttausende sind noch immer vertrieben.

Der Regierungschef galt als Favorit und Wunschkandidat des Westens. Er war vor vier Jahren an die Macht gekommen, nachdem der IS ein Drittel des Landes überannt und unter seine Kontrolle gebracht hatte.

Zwei weitere Kandidaten: Freunde des Irans

Al-Abadi will den Irak aus dem amerikanisch-iranischen Streit heraushalten. Die beiden übrigen aussichtsreichen Kandidaten haben hingegen eine enge Verbindung zum Iran: Ex-Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der 2014 abtreten musste und auf ein Comeback hofft, und Hadi al-Amiri, der mit seiner Miliz massgeblich zum Sieg gegen den IS beitrug.

Zahlen und Fakten zum Irak

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Der Irak ist ein Kunstgebilde, das von dem französischen Diplomaten François Georges-Picot und dem Engländer Mark Sykes auf der Landkarte gezeichnet wurde (Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916). Der Stamm, die Ethnie und die Religion bilden die Orientierung für die Leute. Es ist weniger interessant, wer sich unter den Parteien zu den Schiiten oder Sunniten bekennt, sondern ob sie für Trennung von Staat und Religion sind oder dafür eintreten, dass die Scharia über das Land gestülpt wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen