Pegida demonstriert nach Zwangspause wieder

Eine Woche nach dem Demonstrationsverbot wegen einer Terrordrohung hat das Pegida-Bündnis in Dresden erneut Tausende Anhänger mobilisiert. Die Angst vor der «Islamisierung des Abendlandes» scheint ungebrochen. Für den deutschen Innenminister zeigt sie aber vielmehr die «Angst vor der Moderne».

Zahlreiche Menschen bei einer Demonstration

Bildlegende: Über 17'000 Pegida-Anhänger demonstrierten gleich neben 5000 Menschen der gegnerischen Seite. Die Polizei war alarmiert. Keystone

Es ist das erste Mal nach der jüngsten Terrordrohung, dass die selbst ernannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) wieder zum Protest aufgelaufen sind. Laut Polizei gingen in Dresden 17'300 Menschen auf die Strasse – deutlich weniger als vor knapp zwei Wochen, als rund 25'000 auf der Strasse waren.

Kleinere Auseinandersetzungen mit den Gegnern

Demonstriert wurde diesmal nicht wie üblich montags. Überraschend hatten die Pegida-Organisatoren die Kundgebung auf Sonntag vorgezogen. Offiziell begründet wurde dies mit der «Sicherheit» und einem geplanten Grosskonzert.

In der sächsischen Landeshauptstadt versammelten sich allerdings auch die Gegner der Pegida-Bewegung. Für das Bündnis «Dresden für alle» gingen rund 5000 Menschen auf die Strasse. Es kam zu kleineren Rangeleien zwischen Anhängern beider Lager. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz.

«Die Welt wächst zusammen»

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière meint, bei der Pegida-Bewegung gehe es nicht «nur» um den Islam. «Es geht generell um kritische Sorgen gegenüber der modernen Welt», sagt de Maizière. Die Leute wollten einfach ihr ruhiges, beschauliches Leben weiterführen. «Die Antwort ist: Das wird so nicht gehen. Die Welt wächst zusammen.»

Was sich dahinter verberge, sei die Angst vor der Moderne, erklärt der Innenminister weiter. «Wir müssen dem mit Mut zur Veränderung entgegentreten, und nicht mit Beschimpfungen und sagen <Ihr müsst euch nun einfach dem Mainstream anpassen>. Sonst wird diese Form von Abkoppelung, von dem was der überwiegende Teil der Mehrheit denkt, noch weiter zunehmen.»