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International Pegida oder Anti-Pegida? Es brodelt weiter in deutschen Städten

In deutschen Städten gab es am Montagabend erneut Demonstrationen für oder gegen Pegida. In Dresden engagieren sich ausgestiegene Organisatoren dieser Bewegung in einem neuen Verein. Zum Thema wird Pegida neu auch in Österreich.

Ein Mann spricht in ein Mikrofon
Legende: Der Sprecher von Pegida Österreich, Georg Immanuel Nage, während der ersten Kundgebung in Wien. Keystone

Trotz der Spaltung der Dresdner Pegida-Bewegung sind am Montagabend Gegendemonstranten in mehreren deutschen Städten zu Tausenden auf die Strasse gegangen. So beteiligten sich in München 15'000 Menschen an einer Lichterkette für Frieden und Toleranz. Auch in Kassel und Frankfurt versammelten sich Demonstranten zu grösseren Kundgebungen gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus.

Die Stimmung in Frankfurt war zwischen den rund 90 Pegida-Aktivisten und ungefähr 1200 Gegendemonstranten etwas aufgeheizt. Es flogen vereinzelt Böller und Flaschen. Es habe einige Festnahmen, aber keine grössere Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Auch in Braunschweig demonstrierten am Montag Hunderte Menschen gegen die islamkritischen Pegida-Ableger. In Sichtweite der Gegendemo versammelten sich zeitgleich etwa 150 Pegida-Anhänger. In Düsseldorf, Magdeburg und Suhl hatten ebenfalls Bürgergruppen zu Protesten gegen die lautstarken Islamkritiker aufgerufen.

Neuer Verein in Dresden gegründet

Die Pegida-Aussteiger um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel wollen sich mit einem neuen Verein rechts von der CDU positionieren. Der Verein heisst «Direkte Demokratie für Europa» und will der islamkritischen Bewegung keine Konkurrenz machen. Es sind deshalb keine zeitgleichen Montagsdemonstrationen mit Pegida geplant. Stattdessen kündigte Oertel für kommenden Sonntag eine Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche mit bis zu 5000 Teilnehmern an.

Die Pegida-Bewegung demonstriert seit Monaten regelmässig montagabends in Dresden und mobilisierte dort zeitweise bis zu 25'000 Teilnehmer. Auch für kommenden Montag ist eine Kundgebung angekündigt. Zuletzt hatte der Zulauf allerdings merklich nachgelassen, nachdem Pegida-Gründer Lutz Bachmann nach Bekanntwerden eines Selbstporträts, das ihn als Hitler zeigt, und menschenverachtender Beleidigungen gegen Ausländer vom Vereinsvorsitz zurückgetreten war.

In Wien gibt es auch Wutbürger

In Wien bot sich ein ähnliches Bild wie in den deutschen Städten: Dort versammelten sich am Montag etwa 5000 Menschen, um den ersten Aufzug von rund 250 österreichischen Pegida-Freunden in den Schatten zu stellen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von D. Eber, Rheinfelden
    Der Punkt an Pegida ist, dass ein teil der Bevölkerung genug Mum in den Knochen haben, um auf die Missstände und Probleme des ganzen Landes Aufmerksam zu machen. Die Gegner Ignorieren die Probleme und wollen lieber weiter die Rosa Brille auf haben. Solange die Politik und die Regierung nicht die Ängste und Probleme der eigenen Bevölkerung ernst nehmen, solange wird es Demonstrationen geben. Die Islamisierung wird nicht Stoppen, der wird weiter gehen, ebenso die Kriege.
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  • Kommentar von Christophe Bühler, Langnau am Albis
    Wenn der Verein für direkte Demokratie in der EU keine braunen Anführer hat, dann kann dies dem Verständnis für die Schweiz in Europa nur förderlich sein. Bei Pegida neige ich zur Vorsicht.
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Wir werden uns wohl wieder an dieses ekelhafte Bild gewöhnen müssen: Rechtsradikale, die durch deutsche (ausgerechnet) Straßen marschieren und Alt-Nazi-Parolen brüllen. Wie gesagt:ekelhaft!
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    1. Antwort von Urs Dupont, Küsnacht
      Sorry, Herr Humbert, vermutlich wissen Sie nicht was Nazis waren. Hier gehen vor allem Alte, Arbeitslose, Ausgesteuerte etc. auf die Strasse, die wie überall, durch eine überbordende Zuwanderung am meisten betroffen sind. Man sollte hier nicht wie gewohnt immer mit der Rassismus- und Nazikeule zuschlagen, denn es hat mit diesem verabscheuungswürdigen Gedankengut gar nichts zu tun.
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