Pegida sagt Demo wegen Terror-Drohung ab

Die Absage der Pegida-Demonstration am Montag in Dresden geht auf konkrete Drohungen islamistischer Extremisten gegen Organisator Lutz Bachmann zurück. Offenbar liegen den deutschen Behörden entsprechende Hinweise ausländischer Geheimdienste vor.

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Pegida-Demo in Dresden abgesagt

0:36 min, aus Tagesschau vom 18.1.2015

Das Anti-Islam-Bündnis Pegida hat nach Terror-Drohungen islamistischer Extremisten seine für Montag geplante Kundgebung in Dresden abgesagt.

Kein befriedigendes Sicherheitskonzept

Es gebe Hinweise des Staatsschutzes, dass auf ein Mitglied des Organisationsteams an der Demo ein Attentat verübt werden solle, erklärten die Veranstalter. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa richten sich die Drohungen gegen Pegida-Organisator Lutz Bachmann. Demnach gab es am Freitag entsprechende Hinweise ausländischer Geheimdienste an die deutschen Behörden.

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Bildlegende: An der Pegida in Dresden demonstrierten vor einer Woche bis zu 25'000 Menschen. Keystone

Die Pegida-Organisatoren erklärten, kurzfristig habe kein befriedigendes Sicherheitskonzept erarbeitet werden können. «Daher halten wir es für unverantwortlich, unsere Sympathisanten und unsere Stadt unkalkulierbaren Risiken auszusetzen.»

«Mord an einer Einzelperson»

Auch die Polizei in Dresden verbietet wegen der konkreten Anschlagsdrohungen gegen die Pegida für Montag alle öffentlichen Kundgebungen. Per Allgemeinverfügung seien alle Versammlungen unter freiem Himmel untersagt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Nach vorliegenden Informationen seien Attentäter aufgerufen worden, sich unter die Pegida-Demonstranten zu mischen, «um zeitnah einen Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams der Pegida-Demonstrationen zu begehen», heisst es in der Verfügung.

Keine Angaben über konkrete Pläne

Dieser Aufruf gleiche einem über einen Twitter-Account gesendeten Tweet, in dem auf Arabisch die Pegida-Demonstration als «Feindin des Islam» bezeichnet werde. Angaben zum konkreten Vorgehen lägen nicht vor.

Aber: «Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Charakteristik terroristischer Anschläge ist auch mit dem Einsatz gemeingefährlicher Mittel zu rechnen und von einer unmittelbaren Gefährdung von Leib und Leben aller Teilnehmer an Versammlungen auszugehen», heisst es in dem Schreiben.


Politologe Hermann zu Pegida in der Schweiz

3:36 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.01.2015

Pegida organisiert seit Mitte Oktober regelmässig Demonstrationen gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes und eine Verschärfung des Asylrechts. Zuletzt kamen am vergangenen Montag nach Polizeiangaben rund 25'000 Menschen zur Demo nach Dresden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Pegida erhält Zulauf

    Aus Tagesschau vom 13.1.2015

    In Dresden demonstrierten gestern 25‘000 Pediga-Anhänger gegen die angebliche Überfremdung Deutschlands, so viele wie noch nie. Auch in anderen Städten Deutschlands gingen die Menschen auf die Strasse, allerdings waren hier die Pegida-Gegner deutlich in der Mehrheit.

  • FOKUS: Polarisiertes Deutschland

    Aus 10vor10 vom 12.1.2015

    Seit mehreren Wochen gehen in Deutschland Pegida-Anhänger jeweils montags auf die Strasse und demonstrieren gegen Überfremdung. Die «Charlie Hebdo»-Anschläge mobilisieren in vielen Städten Deutschlands nun auch die Gegner der Pegida: sie demonstrieren für Weltoffenheit und Toleranz.