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Personalpolitik in Washington Trump formt ein Kabinett der Hardliner

Der Frühlingsputz im Weissen Haus geht weiter. Nach dem Abgang von Wirtschaftsberater Gary Cohn stellte Trump den Aussenminister Rex Tillerson und nun also auch Sicherheitsberater McMaster vor die Tür. Alle haben sie gemeinsam, dass sie eher moderate republikanische Wirtschafts-, Aussen- und Sicherheitspolitiker sind. Vom Naturell her eher zurückhaltend und überlegt, war es für sie fast unmöglich, auf eine Wellenlänge mit Instinktpolitiker Donald Trump zu kommen.

Nach 14 Monaten im Amt formt Donald Trump nun so was wie das Kabinett 2.0. Mit Menschen, die er persönlich besser mag und deren politische Denkweisen sich mehr oder weniger mit den seinen decken. Der Präsident scheint in den letzten Wochen wie befreit, voller Selbstvertrauen, mit dem er – endlich – die Leute um sich scharen kann, die er eigentlich von Anfang hätte einstellen wollen.

Mehr auf America-First-Linie

Das Weisse Haus mit verschiedenen, sich duellierenden «Camps» von liberal weltoffen bis zu konservativ-nationalistisch, gehört immer mehr der Vergangenheit an.

Die drei neuen Amtsträger – Wirtschaftsberater Kudlow, Aussenminister Pompeo und vor allem John Bolton als neuer Sicherheitsberater – können mit «America First» entschieden mehr anfangen als ihre Vorgänger.

Nordkoreas Regime beenden

«To stop Iran’s Bomb bomb Iran» war der Titel eines Meinungsbeitrags, den John Bolton 2015 in der «New York Times» veröffentlichte. Und noch im September letzten Jahres sagte John Bolton auf Fox News: «The only diplomatic option left is to end the North Korean regime by effectively having the South take it over.» Also: Die einzige diplomatische Lösung die übrig bleibe, sei, das nordkoreanische Regime zu beenden und die Südkoreaner das Land übernehmen zu lassen.

Es wird interessant sein zu sehen, wie Bolton Trump vor dem geplanten Gipfel mit Kim Jong-Un beraten wird.

Frühjahrsputz mit klarem Trend

Schon klar – Meinungen und Einstellungen, die man als Privatperson in den Medien äussert, können sich verändern oder abschwächen, wenn man Mitglied einer Regierung wird.

Trotzdem zeigt Donald Trumps Frühlingsputz einen klaren Trend. Er stellt Leute ein, die mit Entschiedenheit und Überzeugung seine teilweise extremen und unkonventionellen Positionen in der Aussenpolitik vertreten wollen. Das mag Amerikaner bis weit ins republikanische Lager hinein aufschrecken. Es ist aber das Recht des Präsidenten sein Kabinett nach seinen Präferenzen zusammenzustellen.

Peter Düggeli

Peter Düggeli

USA-Korrespondent, SRF

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SRF-Korrespondent Peter Düggeli arbeitet seit Sommer 2015 in Washington. Er ist seit 2010 bei SRF. Düggeli studierte an der Universität Freiburg Geschichte und Englisch und schloss sein Studium 1999 mit einem Lizenziat ab.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Eiselen (W.E.)
    Sehr schmeichelhaft, Trump als "Instinktpolitiker" zu bezeichnen. Wenn er wirklich Instinkt hat, ist dieser angetrieben von Ignoranz, Starrsinn, Eitelkeit, mangelnder Sozialkompetenz und Besserwisserei. Diese Eigenschaften an den Schalthebeln der Macht wirken kriegstreibend und sind pures Gift für friedliche Menschen und Staatswesen.
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    1. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Das traurige ist, dass viele Europäische Politiker den USA Nachlaufen wie die Lämmer. Sie merken nicht, dass sie auf den Abgrund zulaufen. Aber das haben die Leute in den 30er Jahren auch nicht gemerkt. Wie ging doch der Spruch mit der Dummheit und den Grenzen?
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  • Kommentar von Bruno Bär (ursinho007)
    Diese Nominierung ist ein weiterer Schritt in Richtung Konfrontation! Mit der weltweiten Entdemokratisierung fällt die Menschheit zurück in die dreissiger Jahre und alle wissen, was 1939 geschah. Hat die Menschheit tatsächlich nichts aus der Geschichte gelernt? Es gibt nur technologische Forschritte, emotional scheint der Menschheit auf Höhlenbewohner-Niveau zu verharren.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Die Legitimität des Irak-Krieg lll basiert bekanntlich auf einer Lüge. MfG
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