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International Pilgerreise mit Kamera-Überwachung und GPS-Armbändern

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen haben vorerst rund 1,5 Millionen Muslime im saudi-arabischen Mekka mit den Hadsch-Ritualen begonnen. Viele von ihnen dürften mit gemischten Gefühlen angereist sein – die Massenpanik vor einem Jahr ist noch sehr präsent.

Legende: Video Muslime beginnen Hadsch-Pilgertreffen abspielen. Laufzeit 0:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.09.2016.

Mehr als 1,5 Millionen Muslime haben sich zum Beginn der Pilgerfahrt Hadsch in Mekka versammelt. Ein Jahr nach der verheerenden Massenpanik in Mekka erfolgt das diesjährige mehrtägige Pilgertreffen unter noch strengeren Sicherheitsvorkehrungen.

Zum Auftakt gingen die Gläubigen am Samstag in das rund fünf Kilometer östlich der Grossen Moschee von Mekka gelegene Mina. Dort verbringen sie die Nacht, um sich anschliessend am Sonntagmorgen für Gebete zum Berg Arafat zu begeben.

Blick auf die Grosse Moschee in Mekka.
Legende: Blick auf die Grosse Moschee in Mekka. Reuters

Iraner dürfen nicht teilnehmen

Die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Pilgerfahrt zur heiligsten Stätte des Islam im saudi-arabischen Mekka ist Pflicht für jeden gläubigen Muslim. Gemäss dem Koran muss jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilnehmen.

Iranische Gläubige sind in diesem Jahr von dem Hadsch ausgeschlossen. Hintergrund ist ein Streit zwischen Riad und Teheran wegen der tödlichen Massenpanik in Mina im vergangenen Jahr, bei der etwa 2300 Menschen starben, darunter mehr als 450 Iraner.

Nach dem Scheitern bilateraler Verhandlungen über Sicherheit und Logistik bleibt den Iranern die Teilnahme am Hadsch nun erstmals seit fast drei Jahrzehnten verwehrt.

Mehr Platz und bessere Überwachung

Zu dem Massengedränge im vergangenen Jahr war es während der symbolischen Teufelssteinigung in Mina gekommen, bei der Pilger Kieselsteine auf drei Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren.

In diesem Jahr wurde das Gelände, auf dem die Teufelssteinigung stattfindet, erweitert. Die Zeit für die Steinigung wurde begrenzt. Zudem tragen alle Pilger erstmals elektronische Armbänder mit ihren persönlichen Informationen, darunter Angaben über Medikamente. Zahlreiche Überwachungskameras sollen die Menschenströme beobachten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Frei (Peter Frei)
    "...elektronische Armbänder mit ihren persönlichen Informationen, darunter Angaben über Medikamente. Zahlreiche Überwachungskameras sollen die Menschenströme beobachten." Und wer hats erfunden (die Armbänder, die Medikamente, die Kameras)? Die Nichtgläubigen, die man eigentlich umbringen müsste aus Sicht der Propheten und Korans. Welche Errungenschaften haben eigentlich das islamische Bildungssystem, die Koranschulen hervorgebracht, das der Zivilisation hilft?
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Sie nennen staatliche Überwachung und Totalkontrolle eine westliche Errungenschaft? Da lob ich mir dann doch noch die Entdeckungen aus der islamischen Welt, diese helfen uns heute noch im GPS.
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    2. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Mich betrübt es ja schon,, wenn ich sie so Ahnungslos über die Leistungen der arabischen Zivilisation in Bereichen der Mathematik sehe, die unter anderem dazu beitragen dass Sie sich von Ihrem Computer aus mitteilen dürfen. Die Wörter Algebra und Algorithmus sind arabischen Ursprungs, schlagen Sie nach unter Namen wie Al-Chawarzimi, Al-Biruni, Al-Battani, Abu'l Wafa, Al-Tusi, Al-Karragi, Ibn Sina usw. Karl der Grosse konnte kaum lesen und schreiben, während im Orient das Wissen blühte.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Auf einer Pilgerfahrt, egal welcher Religion, sollte Gewalt erst recht kein Thema sein.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Was hat es den genau mit dieser Teufelsgeinigungen auf sich? Und warum muss da die Zeit begrenzt werden? In welchem Kontext stehend ist das? - SRF bitte genauere Hintergruende und akkuratere Berichte.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Das können Ihnen nur Islamexperten erklären. Christen haben es einfacher. Jesus sagte, alle die an mich glauben werden das ewige Leben haben. Sie müssen deshalb nicht nach Jerusalem reisen.
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