Pistorius: «Ich habe schreckliche Albträume»

Der des Mordes angeklagte Oscar Pistorius hat sich selbst in den Zeugenstand gewagt. Mit tränenerstickter Stimme bat er die Familie der von ihm getöteten Reeva Steenkamp um Verzeihung.

Pistorius hält sich die Hände vor die Augen und weint.

Bildlegende: Mit brüchiger, zitternder Stimme hat sich Pistorius an die Familie seiner erschossenen Freundin gewandt. Reuters

Die Zeugenaussage des Paralympics-Stars Oscar Pistorius wurde mit Spannung erwartet. Als erstes wolle er sich bei der Familie Steenkamp entschuldigen, sagte Pistorius nach seiner Vereidigung in Pretoria. Weinend erklärte der des Mordes angeklagte Sportler: «Jeden Morgen wache ich auf und bete als erstes für sie», sagte der 27-Jährige in der Verhandlung gegen ihn. «Ich habe schreckliche Albträume.»

Aus Versehen erschossen?

Der Sportler beschrieb seine tödlichen Schüsse auf seine Freundin als «Tragödie». «Es hat nicht einen Moment seit dieser Tragödie gegeben, in dem ich nicht an die Familie gedacht habe», sagte der Angeklagte, der bei einer Verurteilung mit einer lebenslangen Strafe rechnen muss. Er habe mit seinen Schüssen am 14. Februar 2013 nur seine Freundin verteidigen wollen.

Der Südafrikaner will das Gericht davon überzeugen, dass er in der Nacht zum 14. Februar 2013 seine Freundin aus Versehen erschossen habe, weil er einen Einbrecher hinter der verschlossenen Toilettentür seines Hauses vermutet habe.