Polen und die Slowakei klagen über gekappte Gaslieferungen

Die beiden Länder behaupten, dass die Liefermengen um bis zu 45 Prozent tiefer liegen als vereinbart. Der russische Gaslieferant bestreitet die Vorwürfe.

Polen und die Slowakei beklagten einen Rückgang von Gaslieferungen aus Russland. Der polnische Energiekonzern PGNiG hatte mitgeteilt, die Gaszufuhr habe gestern um 45 Prozent unter der mit Gazprom vereinbarten Menge gelegen. Seit Montag seien die Lieferungen um 20 bis 24 Prozent geringer gewesen.

Mann an einem Gashahn.

Bildlegende: Dreht Gazprom den Polen und Slowaken den Gashahn zu? Zumindest behaupten dies die beiden osteuropäischen EU-Staaten. Keystone

Betroffen seien alle drei Gasleitungen, durch welche russisches Gas über Weissrussland und die Ukraine nach Polen fliesse, hiess es. Auch die Slowakei klagte über zehnprozentige Lieferkürzungen

Gazprom mit Gewinneinbruch

«Zur Zeit wird nach Polen genauso viel gepumpt wie an den vergangenen Tagen: 23 Millionen Kubikmeter», sagte ein Sprecher des Gasmonopolisten Gazprom. Russlands Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, sagte, die russischen Gaslieferungen an den Westen würden ungeachtet der Ukraine-Krise stabil bleiben.

Die Ukraine-Krise und Rubel-Schwäche haben dem russischen Energieriesen Gazprom einen massiven Gewinneinbruch eingebracht.