Front National und Scheinjobs Polizei befragt zwei Vertraute von Le Pen

Marine Le Pen vor einem Mikrofon gestikuliert mit der rechten Hand

Bildlegende: Im Visier der Justiz und trotzdem beliebt bei ihren Anhängern: Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen Reuters

  • Die französische Polizei hat Marine Le Pens Leibwächter und die Leiterin ihres persönlichen Mitarbeiterstabes in Nanterre bei Paris angehört.
  • Für die Befragung seien die beiden Mitarbeiter in Gewahrsam genommen worden.
  • Marine Le Pen sprach an einem öffentlichen Auftritt von «politischen Intrigen».

Die französischen Behörden treiben ihre Ermittlungen gegen den rechtsextremen Front National (FN) wegen möglicher Scheinbeschäftigung im EU-Parlament voran. Erst am Montag war die Parteizentrale des Front National in Nanterre bei Paris durchsucht worden.

Le Pen und andere EU-Abgeordnete des Front National sollen Mitarbeiter als parlamentarische Assistenten beschäftigt und entlöhnt haben, obwohl diese in Wirklichkeit keine parlamentarischen Aufgaben erledigten.

Die Parteichefin soll so ihren Leibwächter und eine enge Vertraute aus der Parlamentskasse bezahlt haben. Im Dezember übernahmen französische Untersuchungsrichter die Ermittlungen zu dem Fall. Ob es einen Prozess in dieser Sache geben wird, ist jedoch offen.

Parallel dazu fordert das EU-Parlament die Rückzahlung von knapp 300'000 Euro, die an Le Pens Mitarbeiterin geflossen sind. Geprüft wird auch eine Rückzahlungsforderung über mehr als 40'000 Euro, die Le Pens Leibwächter aus Parlamentsmitteln erhielt.

Weil Le Pen sich weigert, das Geld zurückzuerstatten, halbiert das Europaparlament ab März die Abgeordnetendiäten und Pauschalen der Politikerin.

Favoritin in der ersten Runde

Die Europafeindin und FN-Chefin Marine Le Pen gilt als Favoritin für die erste Runde der Präsidentenwahl am 23. April mit einem Stimmenanteil von über 25 Prozent. In der zweiten und entscheidenden Runde dürfte sie laut Umfragen entweder vom bürgerlichen Anwärter François Fillon oder dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron geschlagen werden.