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International Polizei berichtet von Dutzenden Toten nach Brand in Odessa

Lange Zeit war es im Süden der Ukraine relativ ruhig. Inzwischen greifen die Unruhen auch auf diesen Teil des Landes über. Am Abend sollen in der Stadt Odessa am Schwarzen Meer mehr als 30 Menschen beim Brand eines Gewerkschaftsgebäudes ums Leben gekommen sein.

Legende: Video Brandstiftung in Odessa (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.05.2014.

In der südukrainischen Stadt Odessa sind Dutzende Menschen beim Brand eines Gewerkschaftshauses ums Leben gekommen. Die Polizei sprach am Abend von mindestens 31 Todesopfern und korrigierte damit frühere Angaben nach unten.

Den Angaben zufolge starben zahlreiche Opfer an einer Rauchvergiftung. Andere kamen beim Sprung aus den Fenstern des Gebäudes ums Leben. Wie es genau zu dem Brand kam, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hatte offenbar früher am Abend gemeldet, das Gewerkschaftshaus sei in Brand gesteckt worden.

Vier Tote bei früheren Zusammenstössen

In Odessa – wo es in den vergangenen Wochen vergleichsweise ruhig geblieben war – hatte es bereits im Verlauf des Tages schwere Zusammenstösse zwischen pro-russischen Aktivisten und Anhängern der Regierung gegeben. Mindestens drei MEnschen sollen dabei getötet worden sein.

Odessa liegt unweit der Krim-Halbinsel, deren umstrittener Anschluss an Russland im März die Ukraine-Krise weiter eskalieren liess.

Kämpfe auch in Kramatorsk

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Medienberichten auch in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk Stellungen der Separatisten angegriffen. Nach unbestätigten Angaben der russischen Agentur Ria Nowosti vom Freitagabend soll es Tote und Verletzte gegeben haben. Kramatorsk liegt im Gebiet Donezk, etwa 20 Kilometer südlich von Slawjansk. Dort hatten sich Regierungstruppen und prorussische Aufständische den ganzen Tag über schwere Gefechte geliefert.

Zu den Kämpfen in der Ukraine hat jetzt auch ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin Stellung genommen. Er erklärte, die ukrainischen Sicherheitskräfte hätten aus der Luft auf Zivilisten gefeuert und mit ihrer «Strafaktion» den internationalen Friedensplan für die Ukraine torpediert.$

Legende: Video Der Ukraine droht ein Bürgerkrieg abspielen. Laufzeit 8:03 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.05.2014.

Ausländische Spezialisten am Werk

Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU wurde ein Kampfhubschrauber mit einer tragbaren Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Dies belege, dass «trainierte, gut ausgebildete ausländische Spezialisten» aufseiten der Separatisten kämpften. Russland hat bislang jede direkte Beteiligung an den Aufständen abgestritten.

In den vergangenen Wochen hatten prorussischen Kräfte Verwaltungsgebäude im Osten der Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht. Die Moskauer Regierung hat erklärt, die russisch-stämmige Bevölkerung schützen zu wollen, und hat an den Landesgrenzen Truppen zusammengezogen.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Da kann man nur sehr darauf hoffen, dass diese Mörder gefasst & vor ein Gericht gestellt werden. Aber vermutlich haben diese das Land bereits wieder verlassen & sich in Sicherheit gebracht. Aber sicher waren es keine angeheuerte Söldner aus Russland. Die bringen nicht "eigene" Leute um. Das war eher die Handschrift Rechts-Nationalisten.
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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Weiter sei verstörend die Sprache, die Behörden und Medien wählen. Als in Odessa Menschen verbrannten, meldeten ukrainische Medien geradezu triumphierend, "Patrioten" hätten die "Separatisten zurückgeschlagen". Man sei dabei, sie erfolgreich "auszuräuchern". Gouverneur W. Nemirowsky, gab der Polizei die Verantwortung für die Toten. Sie hätten Anweisungen der Verwaltung keine Folge geleistet. Sie hätten "so wie auch schon früher nicht an das Land gedacht, sondern nur an den eigenen Komfort".
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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Laut SpiegelOnline ging ein Zeltlager der prorussischen Kräfte vor dem Gewerkschaftshaus in Flammen auf, die Aktivisten verschanzten sich in dem umstellten Gebäude. Aber auch ihre Gegner sind bereit zu Gewalt. Der Reporter Howard Amos berichtet, beide Seiten seien bewaffnet gewesen mit "Baseballschlägern, Steinen, Molotow-Cocktails, selbstgemachten Granaten und Gaspistolen". Amos ist für den britischen "Guardian" in Odessa im Einsatz.
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    1. Antwort von Alexej Martin, Buchs SG
      http://www.youtube.com/watch?v=yO3ShTqshnU 45 sek einer ruft laut in die Menge: "Lasst uns diese Schwuchtel im Gebäude abfackeln" Das ganze Gelände ist belagert von hunderten Militanten vom "Rechten Sektor".
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