Polizei in Clausnitz verteidigt den Einsatz

Nach ihrem umstrittenen Einsatz bei fremdenfeindlichen Protesten vor einem Bus mit Asylbewerbern im sächsischen Clausnitz hat die Polizei ihr Vorgehen verteidigt. Sie hatte einige Asylbewerber aus dem Bus gezerrt, damit sich die Situation nicht weiter aufschaukele.

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Polizei verteidigt Vorgehen in Clausnitz

1:40 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 20.2.2016

«Verhältnismässig und absolut notwendig», so bewertet der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reissmann den Einsatz vom vergangenen Donnerstag in Clausnitz.

In dem Ort hatten rund 100 Demonstranten am Donnerstagabend versucht, die Ankunft eines Busses mit den ersten Bewohnern einer neuen Asylbewerbereinrichtung zu verhindern. Dabei skandierten sie rechte Parolen. Angesichts der aufgebrachten Stimmung verharrten die Flüchtlinge im Bus.

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Mit «Wir sind das Volk!» schreien Bürger Asylanten an

0:29 min, vom 19.2.2016

Polizisten zerrten darauf einige Asylbewerber mit Gewalt aus dem Bus in die Unterkunft, darunter auch einen 14-jährigen Jungen. Flüchtlinge hätten provozierende Gesten gemacht. So habe ein Junge den Mittelfinger gezeigt. Die Beamten hätten befürchtet, dass sich die Situation dadurch aufschaukele und in Gewalt entlade.

Reissmann erklärte, dass die Polizei personell nicht in der Lage gewesen sei, die Versammlung der Protestierenden aufzulösen.