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International Polizei räumt improvisierte Lager in Paris und Calais

Die französische Polizei hat ein improvisiertes Flüchtlingslager mitten in Paris geräumt. Wenige Stunden später wurden in der Hafenstadt Calais am Ärmelkanal zwei Lager geräumt.

Legende: Video Illegales Zeltlager in Paris abspielen. Laufzeit 04:10 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.06.2015.
Zelte im Gebüsch.
Legende: Die Flüchtlinge lebten, wie hier in Calais, manchmal unter prekären hygienischen Umständen. Keystone/Archiv

In Paris sind rund 350 vor allem afrikanische Migranten aus einem Lager geführt worden. Die Räumung verlief ohne Zwischenfälle. Die Aktion in Paris begann gegen 6.30 Uhr nahe der Touristenhochburg Montmartre, wo mehrere hundert Flüchtlinge seit Monaten unter verheerenden hygienischen Bedingungen unter einer Metro-Hochbahnstrecke campierten.

Sie sollten danach in Bussen zu regulären Flüchtlingsunterkünften in der Region Paris gebracht werden.

Frage der Dringlichkeit

Gesundheitsministerin Marisol Touraine sagte dem Radiosender France Info, die Behörden reagierten mit der Räumung auch auf sanitäre Probleme. Die Flüchtlinge hatten auf einem schmalen Streifen inmitten eines vielbefahrenen Boulevards ihre Zelte aufgebaut oder auch einfach nur Matratzen und Schlafsäcke ausgelegt.

Die Pariser Stadtverwaltung wollte das Lager schon länger räumen, es fehlte aber an alternativen Unterkünften. In den vergangenen Wochen waren in dem Lager viele neue Flüchtlinge angekommen, unter ihnen Menschen aus dem Sudan, aus Somalia und Eritrea.

Symptom der Flüchtlingskrise

Wenige Stunden später räumte die Polizei in Calais zwei improvisierte Lager, in denen rund 140 Flüchtlinge lebten. Die Polizei habe die Migranten aufgefordert, ihre Sachen zu nehmen und zu verschwinden, berichtete eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation «Médecins du Monde» (Ärzte der Welt). «Jeder ist losgerannt.»

Calais ist seit Jahren ein Anziehungspunkt für tausende von Migranten, die von dort aus nach Grossbritannien gelangen wollen. In den vergangenen Monaten gab es in der Hafenstadt wiederholt Zusammenstösse zwischen Flüchtlingsgruppen aus unterschiedlichen Ländern.
Auch das improvisierte Flüchtlingslager im Zentrum der französischen Hauptstadt galt als Zeichen für die sich zuspitzende Flüchtlingskrise in Europa. Nach den Plänen der EU-Kommission soll Frankreich in den kommenden zwei Jahren mehr als 9000 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Frankreich ist historisch gesehen ein Einwanderungsland. Durch ihre Aktivitäten in Afrika und anderen Ex-Kolonnialländern haben sie wichtige wirtschaftliche Beziehungen. Lange haben sie FR damit mitfinanziert, auch heute noch. Sie sind oft dabei, wenn es um militärische Interventionen geht. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn durch ihre Aktivitäten auch Flüchtlinge aus diesen Ländern gibt. Das Auflösen von Zeltstätten ist prinzipell zu befürworten. Eine ökomomische Lösung wäre vorzuziehen.
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  • Kommentar von Christa wüstner, Reinach
    Es ist eigentlich gut, wenn die Migranten in der Stadt,wie hier in Paris , ihr Lager aufschlagen. Die Regierungen sollen sehen wohin das führt. Sie sollen selbst erleben was auf uns zukommt. Das Beste was geschehen konnte.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      C.W./Über Augen,Ohren,Nase,dringt es zu guter Letzt in den Verstand.Visuelle Eindrücke beeindrucken bekanntlich.Weltweit erkennbar an den religiösen Imponier-Kultstätten,die meistens in totalem Widerspruch,zur verbreiteten Lehre stehen.In gewissen Ländern hat dieser Profilierungswahn,zur nachhaltigen Verarmung ganzer Völker geführt.Endete schlussendlich in kriegerischen Auseinandersetzungen.Jetzt"glotzen"wir dafür an hohe,noch höhere,"Wirtschaftskultstätten".Mit gleichen Nachhaltigkeitseffekt?
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit
    Wird nicht gerade der Sechselaeureplatz in Zuerich umgebaut.. oder wurde??? Da waere doch eine Moeglichkeit, den Wirtschaftsfluechtlingen ein Lager zu gewaehren... und das Niederdorf ist auch nicht weit..ja i mein ja nu..........;-D
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